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Schlicht & Stark in weißem Porzellan

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Die Qualitäten von Porzellan

 

Unter Qualitätseinstufung von Porzellan versteht man die Sortierkriterien, nach denen die Artikel für den Verkauf zusammen gestellt werden. Auf unseren Seiten der Porzellankunde (Rohstoffe/Herstellung/Brand) konnten Sie sich davon überzeugen, dass Porzellan, egal welcher Herkunft, ähnlichen - wenn nicht gleichen Produktionsprozessen unterliegt. Erst die Sortierung schafft das wirkliche, fehlerfreie Qualitätsporzellan. Doch die Beurteilung, aber vor allem die Wahrnehmung von Qualitäten ist sehr individuell und unterschiedlich auslegbar.

Die meisten Hersteller verwenden eigene Qualitätsklassen (z.B. I., II., III., und IV. Wahl), deren Verständlichkeit oft nur "Insidern" vorbehalten ist. Entscheidend ist, ob und wie viel Anteile in welchem Verhältnis fehlerhafte Artikel der I. Wahl beigemischt wird. Die großen Gruppierungen finden Sie auf diese Seite.

Hinter der Ofentüre ist jedes Porzellan gleich! Egal ob mit - ohne, mit grüner oder blauer Bodenmarke, mit Wappen, Ornament, Schwertern oder Zepter, sie alle haben irdene Rohstoffe inne und einen Hartbrand von mehr als 1.300 ° C hinter sich. So sieht das Porzellan aus, nachdem es vom Ofenwaggon abgestapelt wurde. Erst der scharfe Blick und die geübte Hand der Kontrolleure schaffen die Unterscheidung in der Qualität.

Weißes Porzellan frisch aus dem Ofen

Qualitätskontrolle


 

Porzellan Nachbearbeitung

Bevor wir Sie in den Dschungel der Qualitätseinstufung einführen, möchten wir Sie noch kurz mit der Nachbearbeitung von Porzellan vertraut machen. Aus unserer Warenkunde (Glasuren) haben Sie erfahren, dass Hartporzellan die Härte 8 besitzt. Damit ist es resistenter als Stahl! Nach dem Hartbrand sind die Standflächen des Porzellanartikels noch uneben und rau. Kleinere Ablagerungen die sich während des Brandes auf die Glasur gelegt haben, sollten ebenfalls noch nachbearbeitet werden.  In konventionellen Fabriken erfolgt dies mit Schleifscheiben, Schleifbändern oder flexiblen Wellen, modernste Anlagen arbeiten mit Schleifautomaten.

Wir lassen den Großteil unserer Ware noch per Hand schleifen; zum einen um die hohen Investitionskosten zu sparen und zum anderen weil große Automatenstraßen nur bei wirklich großen Auflagen rentabel arbeiten. Kleinere, vertretbare Fehler auf der Oberseite des Porzellan geben wir in die Veredlung, also in die Dekorfertigung. Mit einem schicken, kräftigen Dekor fallen viele Kleinigkeiten kaum auf.... leider funktioniert dieser Trick nicht bei uns, denn wir verkaufen nur weißes Porzellan...!

 

 


 

Die Güteklasseneinteilung des Verband der Keramischen Industrie

 

1.     Ätzkanten und Kobaltdekore, Goldreliefverzierungen, feine Handmalereien werden auf Geschirren bester Sortierung dekoriert (I/II. Wahl). Eine I. Wahl allein wird nicht sortiert, da hierfür ein sehr hoher Sortierungszuschlag berechnet werden müsste. - Bei Elfenbein und andersfarbigen Porzellanen sind die Farbunterschiede auf ein Mindestmaß beschränkt.

2.   Die Sortierung für hochwertige Goldband-, Goldband mit Überdruck- und ähnliche Dekore kann Werkstücke mit geringen Unvollkommenheiten, wie kleine Punkte, unscheinbare Unebenheiten und leichte Schleifstellen, ent­halten. - Elfenbein und andersfarbige Porzellane haben kleine Farbunterschiede.

3.    Kantendekore, einfarbig und bunt, auch mit Goldrand, sowie einfache Goldbanddekore werden auf gemischter Sortierung (I./IV. Wahl) dekoriert, Geschirre mit kleinen Fehlern (leicht vergezogene Teller, kleine Punkte, Schleifstellen) werden sortiert. - Elfenbein und andersfarbige Porzellane haben kleine Farbunterschiede.

4.   Zweigdekore und Streublumen sind die normalen Dekorationen für Geschirre sogenannter IV. Wahl. Bei dieser Sortierung sind mehr ins Auge fallende Fehler vorhanden; teilweise werden diese durch die Dekoration verdeckt. - Bei Elfenbein und andersfarbigen Porzellanen sind Farbunterschiede unvermeidlich.

5.   Sogenannte Stapelgeschirre, wie nicht im Rahmen einer Serie angebotene einzelne Tassen, Teller, Trinkbecher und ähnliches, werden verschiedentlich auch in »Ofensortierung« angeboten; die Ware kommt unsortiert auf den Markt, also reguläre Ware einschließlich Fehlware.

6.    Undekorierte Porzellane werden im allgemeinen in der handelsüblichen Sortierung I/IV. Wahl geliefert. - Geringe Fehler, wie kleine Punkte, Unebenheiten und leichte Schleifstellen, sind in dieser Sortierung 111V. Wahl mit enthalten. - Elfenbein und andersfarbige Porzellane haben kleine Farbunterschiede.

       Für eine besonders ausgewählte gute Sortierung undekorierter Porzellane - bezeichnet als I/III. Wahl - müssen wesentlich höhere Preise berechnet werden. - Elfenbein und andersfarbige Porzellane haben kleine Farbunterschiede.

 

 

 

 

I. Wahl / First Choice

Eine Qualitätsbezeichnung mit der sehr inzwischen leider viel Irritation und Schindluder getrieben wird! Wir behaupten, dass eine "erste deutsche Wahl" erheblich besser ausfällt, als eine "erste ausländische Wahl". Bis in die 90er Jahre waren die Hersteller nach "Skalen" gegliedert, die dem Fachmann Aufschluss über das Qualitätsniveau der Produktion gegeben haben (von A bis C, aufsteigend). Viele Warenhäuser und Discounter haben Billiggeschirr der Skala A verkauft und verschiedene Fabriken und Hersteller mit dem Bodenstempel "Bavaria Germany" vereint. Der Fachhandel war darauf bedacht, nur Markenware ab Skala B, vorzugsweise Skala C zu verkaufen. Dort waren die Premiummarken (Hutschenreuther, Rosenthal, Friesland u.a.) vereint. Der Fachmann wusste, dass die "erste Wahl" eines Skala A Herstellers allenfalls der B- oder C-Sortierung eines Skala C-Herstellers entsprach. Erste Wahl bedeutet: Die Artikel werden von Hand, teilweise unter Mithilfe von technischen und optischen Geräten, auf ihre Fehlerlosigkeit kontrolliert. Da in der  Warenkontrolle sowohl Verformungen, Anordnung von Schnaupen und Henkeln, als auch Glasuren, Oberflächen, Stellringe und Borde einzeln geprüft werden, ist dieses Verfahren sehr teuer und aufwendig. Je nach Marken- oder Produktanspruch kann die Kontrolle eines einzelnen Artikels sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, so dass es Endkontrollen gibt, die pro Mann & Schicht gerade mal 150 Teile abwickeln können. Da die I. Wahl kaum noch vom Verbraucher "bezahlt" wird, geht der Marktanteil dieser Sortierung stark zurück. Bei Hotelporzellan findet man I. Wahl so gut wie nicht mehr im Markt. Dennoch behaupten gerade kroatische, türkische, oder italienische Fabriken, sie würden ihre Artikel nur in "erster Wahl" liefern! Dies ist aus unserer Sicht - oder nach deutschen Kriterien - ziemlicher Unsinn, denn die Teile an sich sind meist dickwandig und grob gefertigt. Die Glasuren weisen kleine Nadelstiche auf, die Stellringe sind nicht poliert und der "Glanz der Ware" ist einfach nicht so gegeben, wie bei einem deutschen Markenhersteller. Wir kontrollieren unsere Ware selbst (!) und klassifizieren unser Sortiment nach realen Kriterien! Schon während der Fertigung in den Herstellerländern überprüfen wir selbst laufende Produktionen und "checken" die Qualität der Ware. Dafür setzen wir versierte Partner ein, die für uns regelmäßig die Fabriken besuchen und nach unseren Kriterien urteilen.


Mischsortierung / Handelsübliche Sortierung / Commercial Choice


Hierbei dürfte es sich wohl um die gängigste aller Sortierungen handeln, wobei keine Klassifizierung der Porzellansortierung von Fabrik zu Fabrik unterschiedlicher gehandhabt wird. Bis heute ist diese Qualitätsstufe weder genormt, noch 100%ig nachvollziehbar. Ebenso verschieden sind die Preisnachlässe von 1. Wahl zu dieser Sortierung. Gerundet kann man sagen, dass der Preisschnitt etwa 15 bis 20% Nachlass ausmacht. Viele Herstellerlisten für Hotelporzellan sehen jedoch schon keine "erste Wahl" mehr vor, sondern sind von vorn herein auf Mischsortierung ausgelegt. Bei allen gleich ist, dass die Komposition der Qualitäten gemixt ist, es gibt einen überwiegenden Teil "guter Ware" und eine Beimischung von fehlerhafter Ware. Aufgrund der unterschiedlichen Produktionsmethoden von Porzellan (Drehen, Pressen, Druckpressen, Gießen, und Druckgießen), die abhängig von der Formgebung des Artikels sind, entstehen auch unterschiedliche Fehler in ihrem Grad und in der Wahrnehmung. Einer großen, 3 Liter Terrine verzeiht man eben eine leichte Verformung leichter, als einem Teller, den man zu mehreren Stücken übereinander stapelt. Für den überwiegenden Teil aller Fabriken gilt: Mischsortierung ist die preislich leistungsfähigste Sortierung und eine vernünftige Qualität. In jeder Mischsortierung kommen Fehler vor, die vom Handel und vom Kunden akzeptiert werden müssen. Als Faustregel gilt: Bei genauer Begutachtung der Ware sollte der Anteil fehlerhafter Ware 20% nicht übersteigen.

 

 


Ofensortierung / run out of the kill


Die am einfachsten zu erklärende Sortierung: Es gibt keine! Das, was die Maschinen und der Ofen "ausspucken" wird ungeprüft verpackt und geliefert. Obwohl es die günstigste Qualitätsstufe von Porzellan darstellt - circa 25 bis 30% Nachlaß - ist dies je nach Fabrik und Standard ein kostspieliges Wagnis, denn der Hersteller ist frei von jeglicher Gewährleistung. Der Kunde muß die Sendung abnehmen, egal in welchem Maße und zu welchem Anteil Fehler enthalten sind.


Fehlware/B-Grade / BII Qualität

Das Geschirr weist definitiv Mängel auf. Meist sind Glasuren schadhaft (Verläufe oder Eisenflecke), oder der Scherben zeigt Deformierungen. Wie groß der jeweilige Mangel ist, obliegt dem Betrachter. In Anbetracht des geringen Preises ist es aber oft lohnend, Fehlware zu kaufen, denn meist verändert der Mangel an sicht nicht die Funktion oder den Sinn eines Porzellanartikels. Ein Teller, der auf einem Volksfest für "Bierwürstl" eingesetzt wird muss nicht die Qualität von Manufakturwaren haben!


Spezialsortierungen

Über diese großen drei Gruppierungen hinaus kreieren die Hersteller individuelle Bezeichnungen und vermitteln diese an ihre Kunden weiter; so gibt es z.B.
-) A bis F (AF)  Sortierung
-) C-Qualität
-) II. bis IV. Wahl
-) Fehlware / C-Qualität.....u.v.m.
Wenn Sie mit solchen Sortierkriterien konfrontiert werden, lassen Sie sich bitte diese erklären. Übrigens: Dieser Dschungel  ist ein rein deutsches Phänomen!


Definition Porosität

Unter Poren sind die Hohlräume zu verstehen, die sich im Material zwischen den einzelnen Komponenten befinden. Die Gesamtheit der Hohlräume wird als Porenraume (Porenvolumen) bezeichnet. Als absolute Porosität (Gesamtporosität) wird das Verhältnis von Porenvolumen zum Gesamtvolumen durch den Porositätsfaktor erfasst:

P = Vp / V g
P  = Porositätsfaktor
Vp = Porenvolumen
Vg = Gesamtvolumen 

Das Porenvolumen hängt von einigen Faktoren ab, wie der Kornverteilung (s. Kornsummenkurven), der Lagerungsdichte der einzelnen Körner und der Kornform (Oberfläche) sowie der Ungleichförmigkeit des Korngemisches. Je verteilter und ungleichmäßiger das Korngemisch, je dichter die Lagerung und je regelmäßiger die Oberfläche, desto geringer ist die Porosität. Sie wird im Labor mittels Wägung eines wassergesättigten und des getrockneten Probenkörpers ermittelt.

Nicht das gesamte Porenvolumen ist für die Wasserbewegung nutzbar. Der Teil des Wassers, der am Korn haftet und sich nicht bewegt, wird als Haftwasser bezeichnet. Mit abnehmender Korngröße nimmt der Haftwasseranteil in den Poren deutlich zu, so dass das nutzbare oder effektive Porenvolumen für feinen Schluff/Ton unter 5 % liegt. 

P* = P - Ph
P* = effektives Porenvolumen, Nutzporenvolumen
P  = Gesamt-Porenvolumen
Ph = Haftwasservolumen

In der Regel besitzen die Werkstoffe der Technischen Keramik keine offene Porosität und sind somit gasdicht. Bei einigen Werkstoffen ist die Porosität jedoch gewünscht, da dadurch z. B. thermische Belastungen besser beherrschbar sind oder große Oberflächen benötigt werden. Durch Rohstoffauswahl, den Herstellungsprozess und ggf. Zuschlagsstoffe kann die Porosität gezielt erzeugt werden. Damit sind geschlossene und offene Poren in unterschiedlichen Größen von einigen nm bis zu einigen µm möglich. Prüfverfahren zur Bestimmung der Porosität sind in DIN EN 623-2 festgelegt.

Die Kenngrößen keramischer Werkstoffe für die Festigkeit[MPa]¹² streuen statistisch in Abhängigkeit von der Werkstoffzusammensetzung, der Korngröße der Ausgangs- und Zusatzmaterialien, den Fertigungsbedingungen und dem Herstellungsverfahrens. Nach dem so genannten weakest-link-Modell entscheiden die hierdurch bedingte Defektverteilung und der so genannte kritische Defekt (Fehlstelle) über die Zuverlässigkeit des Bauteils. Deshalb ist die Streuung zwischen verschiedenen Chargen größer als diejenige innerhalb einzelner Chargen.

Die Porosität von Porzellan verändert sich durch die Art der Bearbeitung wie folgt:

Klicken Sie, um die Grafik zu vergrößern

Qualitätsbewertung anhand der Porosität:

Wir messen bei unserer Qualitätsbestimmung die Porosität von Porzellan anhand der Wasseraufnahme (wie oben beschrieben) mit einer Fläche von 1 qcm und 1 ml Wasser auf unglasierter Scherbe nach dem Hartbrand. Diese Methode reicht aus, den Normungen der keramischen Industrie zu entsprechen und die Ware zu beurteilen. Die Menge des von der Scherbe absorbierten Wassers bestimmt den Grad der Porosität. Um die Bestimmung möglichst genau zu halten, arbeiten wir nach der Gewichtsmethode über eine Skalierung nach Milligramm - zu bestimmen vor und nach der Flüssigkeitsaufnahme. 

Für uns ist die Porosität der Ware ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung von Qualität, Langlebigkeit und Einsatzbereich der Ware. Als Faustformel gilt: Je besser der Rohstoff und je höher die Brenntemperatur, desto geringer fällt die Porosität der Ware aus! Nur von uns für "gut" befundene Ware findet ihren Einzug in unsere Kollektion mit den Zusätzen "reinweiße Glasur" (für besonders reine Ware), "Porzellan ofenfest" (temperaturbeständig) oder "stapelbar" (besonders ausgerüstete Stapelware). Natürlich gibt es in diesem Themenfeld noch viele weitere Kriterien und Meßmethoden, aber wir wollen unserem Wettbewerb ja nicht alles verraten...

Es ist bekannt, dass "Porzellan" von Land zu Land und von Hersteller zu Hersteller erheblich voneinander abweicht. Die Zusammensetzungen der Scherbe (Rohmaterial) ist oftmals kaum nachvollziehbar, Ersatz- und Pigmentstoffe erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Vielerorts werden neuartige Mineralien und Komplementärstoffe eingesetzt, die dem Porzellan alle möglichen, neuen Eigenschaften verleihen sollen. Im besonderen sind dies

- höhere Bruchfestigkeit
- klarere Farben
- leichteres Gewicht
- höhere Dichtigkeit
 

Bei der Bewertung der Qualitäten für unsere Kollektion findet die Porosität einen wichtigen Baustein für die Beurteilung von Porzellan und keramischen Erzeugnissen. Wir messen nach folgenden Kriterien
 

Bezeichnung der Ware

Porosität

Max. Brenntemperatur

Bone China

von  0,005 bis    0,01

1380 - 1450 ° C

Hartporzellan/Hotelporzellan

von  0,099 bis    0,05 

1290 - 1450 ° C

Stoneware/Hartkeramik

von  5,000 bis    2,90

1220 - 1280 ° C

New Bone China/Durable Porcelain

von  8,000 bis    6,90

1220 - 1250 ° C

Keramik/Steinzeug

von 12,000 bis   9,90

1100 - 1220 ° C

Steingut/Terracotta/Earthenware

von 20,000 bis 13,00

  800 - 1000 ° C

 

Technische Erklärung:
In einer geformten feuchten Masse sind alle Teilchen mit einer Wasserhülle umgeben. Mit der Abgabe des Wassers rücken die Teilchen einander näher, und es findet eine Volumenabnahme statt, die so genannte Trockenschwindung. Die Trockenschwindung nimmt mit der Höhe des Feuchtgehalts zu. Sie ist außerdem von der Korngröße, der Art der Rohstoffe und vom Formgebungsverfahren abhängig. Z. B. ist durch die plättchenförmige Gestalt der Tonmineralteilchen bei stranggepressten Körpern aus Porzellan die Schwindung längs des Stranges geringer als senkrecht dazu. Solchen Orientierungen oder so genannten Texturen muss man nach Größe und Geometrie der keramischen Bauteile mit vorsichtigem Trocknen Rechnung tragen. Beim Trocken kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, die den jeweiligen keramischen Bauteilen angepasst sind.

 

Porzellan als Wärmespeicher

Der spezifischen Dichte und der geringen Porosität verdankt Porzellan seine besonderen Verwendungseigenschaften als Wärmespeicher. Weder Hartglasgeschirre, noch Metall können vortemperierte Wärme so lange in sich speichern, wie Porzellan. Das macht es für das Servieren von warmen Speisen besonders geeignet.

 


Schwindung von Porzellan:


Bis in die 80er Jahre wurden die Hersteller von Porzellan auf den internationalen Messen noch in der Rubrik "Hand- und Kunstwerk" eingruppiert. Erst die zunehmende Technisierung und Modernisierung der Fertigungsanlagen wandelte das klassische Handwerk in die Gruppe der Industrie. Heute wird Porzellan, vor allem aber Gewerbeporzellan überwiegend von hochmodernen Anlagen und Robottern produziert; immer weniger Hände werden nötig, das "weiße Gold" zu fertigen. Dennoch ist und bleibt Porzellan eine irdene Masse, die unter großer Hitze zum Endprodukt gebrannt wird. Bei diesem Vorgang wird der Masse Feuchtigkeit entzogen und der ursprünglich modellierte Körper verliert bis zu 18% an Gewicht und Größe. Bei den verschiedenen Bränden wird der Artikel immer kleiner, bis er im "Hartbrand" zu seiner endgültigen Größe schwindet. Einzige Ausnahme dabei ist das sog. "isostatisch gepresste Flachteil", welches heute mit einem Trockengranulat unter großem Druck in seine Form gepresst wird und im Gegensatz zur klassischen Naßfertigung kaum noch Schwindungen toleriert. Der Umstand der Schwindung bringt es konsequenter Weise mit sich, dass genau betrachtet kein Porzellanteil exakt seinem Nächsten gleicht! Diese Unterschiedlichkeit von Porzellan nennt man "Schwindungsdifferenzen", die je nach Artikel und Fabrik auch optisch feststellbar ausfallen können. In der deutschen Industrie wurden früher diese Schwindungsdifferenzen nach strengen Qualitätsnormen kontrolliert und ab Überschreitung einer festgelegten Norm wurden die Artikel mit zu hohen Abweichungen aus der ersten Wahl sortiert. Die Modernisierung der Fertigungsanlagen zum einen und der harte Preisdruck des Marktes zum anderen brachten es mit sich, dass diese Selektion (genaue Inaugenscheinnahme) heutzutage nur noch in Einzelfällen (bei Manufakturwaren) vorgenommen wird. Sortierungsbegriffe wie "Mischsortierung" oder "handelsübliche Sortierung" stellen heute die Anbieter nahezu von jeglichen Qualitätsmängeln dieser Art frei. Es liegt natürlich auch in der Natur der Sache, dass ein Artikel, der nur noch wenige Cent kosten soll, in der Qualitätskontrolle "sehr großzügig" betrachtet wird und kaum noch aussortiert wird. Somit finden wir heute ganze Artikelgruppen wie Kaffeebecher, Terrinen, Aschenbecher u.a., die je nach produzierter Menge und Fertigungsmonat bis zu 20% Toleranzen aufweisen. Dem Anwender, der durch seine preisaggressive Nachfrage diesen Qualitätsrutsch (down-grading) begünstigt ist es aber meist egal und ein in Kauf genommenes Übel; für ihn steht im Mittelpunkt eine "einigermaßen" gute Qualität zu einem "super günstigem Preis".


Die Lehre von Porzellan:

Eine Lehre ist in der Technik bzw. Verfahren, das für vorher festgelegte Maße und Formen ein Bezugsnormal darstellt. Die Lehre verkörpert dabei die physischen Maße und Formen (Maßverkörperung). Lehren kommen in der Messtechnik, Produktion und Montage zum Einsatz.

Lehren wurden geschaffen, um das einfache Überprüfen von Vorgabemaßen zu ermöglichen. Ihre Anwendung birgt im Gegensatz zu Messverfahren kaum Fehlerquellen und liefert eine eindeutige Aussage (Gut oder Ausschuss). Mit Lehren kann nicht, wie oft vermutet, gemessen werden, denn das Prüfen mit einer Lehre ergibt keinen Zahlenwert. Es kann nur den Sollzustand (Lehre) mit dem Ist-Zustand des Prüflings vergleichen werden. Ein Beispiel hierfür ist der auch unter dem Namen „Schieblehre“ bekannte Messschieber, der mittels einer Feststellschraube ein bestimmtes Maß verkörpert und nur dann als Lehre zu bezeichnen ist.

Porzellan mit besonderen Verwendungseigenschaften kann das Lehren notwendig machen. Bei Krankenhausgeschirr, welches in starre Tablett- und Clochensysteme eingestellt wird, ist das Lehren der Geschirrteile notwendig. Technisches Porzellan, Mesuren oder absorbierende Porzellankomponenten müssen sich meist ebenfalls einer Porzellanlehre unterziehen.

Meist muss das Lehren von Menschenhand vorgenommen werden. Unter Zuhilfenahme von entsprechend geeigneten Prüfgeräten, Schablonen, Eichen u.ä. muss manuell beurteilt werden, ob der Porzellangegenstand den definierten Toleranzgrenzen entspricht und für den zugedachten Einsatz verwendet werden kann. Gelehrtes Porzellan hat alleine schon durch seine Bezeichnung eine zugesicherte Eigenschaft. 

Zusätzlich zu den bestehenden, Qualität sichernden Maßnahmen können wir nach Kundenwunsch unser Porzellan lehren. Die Mehrpreise dafür finden Sie in der Rubrik "Handsortierungen"


Hier finden Sie eine Erläuterung der Holst Porzellan Qualität:

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