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Ausgabe 05/2018


 

Porzellanofen-Holst-Porzellan

 

Antidumping AD586 geht in die II. Runde (R687)

 

Nach langem Warten und ungewissem Verfahrensverlauf ist nun seit den frühen Morgenstunden des 15. Mai 2018 Gewissheit eingekehrt: Die Antidumpingmaßnahmen aus dem Verfahren AD586 gehen, einen Tag vor ihrem regulären Auslauf, unter der Fallnummer R687 in die II. Phase. 

 

Die offizielle Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union können Sie hier downloaden

 

Wie zu erwarten war, hat die EU mit der Änderung der Antidumping Grundverordnung am 12.11.2017 die Grundlage geschaffen, quasi "nach freiem Belieben" über den Fortbestand von Schutzzöllen zu entscheiden, ohne durch die bisherigen Regularien eingeschränkt zu sein. 

 

Am 16.02.2018 erging der Antrag zur Verlägerung der Schutzmaßnahmen durch die FEDF, eine relativ neu formierte Unterabteilung der Cerame-Unie Brüssel und zuständig für den Bereich Table-Top, Küche und Ornamentalware. 

 


 

Rückblick 04.04.2013

Mit einer Minderheit von 37% der Länderstimmen beschließt die EU Antidumpingmaßnahmen. Lediglich 10 der 27 Europäischen Mitgliedsstaaten sehen in der Ermittlungsarbeit der Europäischen Kommission ausreichend Indizien für die Implementierung von Schutzmaßnahmen gegen keramisches Küchen- und Tafelgeschirr mit dem Ursprung in der Volksrepublik China. Nach den gesetzlichen Rahmenbedingungen reichte schon eine solche Minderheit aus, die von der Europäischen Kommission beabsichtigen Antidumpingzölle auf die betroffene Ware zu erheben. 

 

 

 

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Angesichts dieses Ergebnisses, das unmittelbar die Implementierung der Strafzölle nach sich zog, lässt auch das II. Verfahren nicht auf Neutralität, Transparenz und eine korrekte Faktenlage hoffen. Die Entscheidungen über den Fortbestand der Strafzölle dürften längst schon durch die Drahtzieher getroffen sein. Die spannende Frage dabei wird sein: Wer sind diese Drahtzieher?

 

Abgesehen davon muss Brüssel ein derbes Finanzloch stopfen und den zukünftigen Ausfall der Beiträge aus Großbritanien kompensieren. Schutzzölle stellen derzeit eine wichtige und überaus lukrative Einnahmequelle der Union dar. Wer sägt sich schon gerne den Ast ab, auf dem er selbst sitzt?  

 


 

Ob und in wie weit sich Peking in dieses Verfahren stellvertretend für den Industriezweig einbringen wird, ist am Abend des 15.05. noch fraglich. Am 16., 17. und 18. Mai werden in den am stärksten betroffenen Provinzen Anhörungen abgehalten, die dann eine Marschroute der Chinesen bestimmen soll. Trotz aller Unwegbarkeiten und einem relativ aussichtslosen Verfahrensende ist ein aktiver Beitrag aller bertoffenen Parteien, also auch der Einführer und Wiederverkäufer dringend angeraten, denn ein jegliches Stillschweigen könnte auch eine weitere Verschlechterung der Einfuhrpreise bedeuten.

 


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