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Warenrücknahme

Warenrücknahme

 

 

Gelegentlich kommt es vor, dass ein Wiederverkäufer oder Handelspartner von uns gelieferte Waren zurückgeben möchte. Die Gründe dafür können sehr vielschichtig sein. Wir erläutern auf dieser Seite unseren Standpunkt über Warenrücknahmen generell und beschreiben zum besseren Verständnis einige Prozesse dieses Ablaufs.

 

Definition

 

Die Warenrücknahme ist eine Vertragspflicht und Rechtshandlung der Wandelung, also die Erstattung des Kaufpreises einer gekauften Sache nach Rücknahme, nachdem sie sich innerhalb einer gegebenen Frist als mangelhaft herausgestellt hat. Der Anspruch auf Wandelung war im deutschen Kaufrecht ein Gewährleistungsanspruch bei Sachmängeln. Nach der Legaldefinition in § 462 BGB a.F. handelte es sich dabei um die Rückgängigmachung des Kaufes. Der Käufer konnte nach der Wandelung den Kaufpreis zurückverlangen und der Verkäufer die Kaufsache. An die Stelle der Wandelung ist durch die Schuldrechtsmodernisierung zum 1. Januar 2002 das im allgemeinen Schuldrecht geregelte Rechtsinstitut des Rücktritts (§ 323, §§ 346 ff. BGB) getreten. Ergänzend gelten im Kaufrecht § 437 Nr. 2 und § 440 BGB und die dort genannten Vorschriften. Beide Rechtsformen sehen die Warenrücknahme nur im direkten Zusammenhang mit einer mangelhaften Vertragserfüllung.

 

 

Wirkung

 

Für den Kaufmann ist die Aufforderung einer Warenrücknahme durch seinen Kunden gleichbeutend mit einer Kapitulationserklärung! Es ist die Verfehlung der unternehmerischen Leistung, das Versagen im Tagesgeschäft, die direkte Konfrontation mit dem eigenen Versagen. Egal ob es sich um falsche Beratung handelt, ein mangelhaftes Produkt oder eine terminliche Verfehlung. Die Aufforderung zur Wandlung empfindet der Verkäufer, wie ein Artist sein Publikum, wenn es nach dem Auftritt den Saal schweigend verlässt. Trotz des Ärgers eines Kunden anlässlich einer gewünschten Vertragswandelung hoffen wir auf dieses Bewusstsein, dass uns dieser Ärger wirklich mitten ins Herz trifft!

 

 

Nebenwirkung

 

Hinter dem misslichen Handel eines Unternehmens stehen immer auch Menschen, Mitarbeiter und Positionen. Es kann vorkommen, dass der Erhalt des Ansehens eines Mitarbeiters höher wiegt, als die Sorgfalt um einen Kunden. Auch, dass ein unglücklich formulierter Vorwurf zu einem Prinzip schwillt, dass ein Unternehmen zwischen Mitarbeiterloyalität und Kundenorientierung stellt. Selbstredend, dass eine nicht personenbezogene Ursache einer Wandelung für ein Unternehmen immer einfacher zu lösen ist, als neben einem faktischem auch ein menschliches Problem lösen zu müssen. Wir haben das erkannt und geben uns Mühe, mit dieser natürlichen Unzulänglichkeit richtig umzugehen!

 

 

Grundregel

 

Haben wir etwas falsch gemacht, sind grundsätzlich wir für die Behebung der Reklamation verantwortlich! Diese Zusage gilt ohne wenn und aber! Steht in diesem Zusammenhang nur noch eine Warenrücknahme als Lösungsansatz zur Verfügung, werden wir dies ohne jegliche Kosten für den Händler oder Endkunden erledigen.

 

 

Falsche Größe

 

Der Teller passt nicht in die Spülmaschine, die Backform nicht in den Salamander, oder der Kaffeebecher nicht unter den Siebträger; es gibt 1.000 Gründe, warum Porzellan nicht passt. Zu klein, zu groß, zu dick, zu schwer, zu dünn - keine Eigenschaft, die nicht schon einmal vorgetragen wurde. Tatsächlich handelt es sich in diesen Fällen um ein Versehen, bzw. eine Fehleinschätzung des Endkunden. Derartige Fehlkäufe stellen keinen Grund zur Wandelung dar! Doch natürlich sind wir keine Unmenschen und lassen den Kunden mit der ungebräuchlichen Ware allein. Im Angebot mit einem entsprechendem Austausch lassen wir immer mit uns reden und finden eine zufriedenstellende Lösung. Wer fragt bekommt eine Antwort und wer fordert eine Entscheidung.

 

 

Bruch ist kein Grund zur Warenrückgabe

 

Wir handeln mit Porzellan und die Mutter der Porzellankiste ist bekanntlich die Vorsicht! Doch Speditionen und Paketdienste können oft einen artgerechten Transport nicht gewährleisten. Deshalb zählt "Bruch" nicht nur zum Alltag bei unseren Kunden, sondern auch bei uns! Nicht schön, aber er gehört leider dazu. Deshalb ist Bruch für uns kein Grund, eine ganze Warensendung zurückzunehmen. Bitte beachten Sie dazu unsere Informationsseite "Bruch".

 

 

Schlechte Qualität

 

Ein dicker Eisenfleck auf einem Porzellanartikel ist natürlich... nicht schön! Bei ausgelobter Ersten Wahl natürlich ein klarer und eindeutiger Reklamationsgrund! Bei einer Mischsortierung obliegen aber schon Größe und Anzahl der Einschüsse einer durchaus individuellen Wahrnehmung. Bei II. Wahl bilden Eisenflecke einen der wesentlichen Gründe für diese Gruppierung mit dem entsprechenden Preisnachlass.

 

 

Rückgabe wegen besserem Preis

 

Der wohl unerfreulichste Grund einer Rücknahmeaufforderung ist der nachgereichte, bessere Preis eines Wettbewerbers. Klar, in Zeiten, in denen das Geldverdienen immer schwieriger wird, zählt jeder Cent. Es ist nicht unrühmlich, nach einem bereits verlorenem Angebot  nachträglich einen besseren Preis auszurufen! ...Hätten Sie doch nochmals nachgefragt..." oder "... ich mache Ihnen immer einen besseren Preis...sind gängige Floskeln. Es ist aber unrühmlich und unredlich, diesen Preis anzunehmen und den bereits anderweitig erteilten Auftrag zu stornieren.

 

 

Rückgabe nach Gebrauch

 

Viele Textilhäuser sichern ihre Braut- und Abendmode mit einem sog. Trageschutz (großes, gut sichtbares Etikett), nach dessen Entfernung ein Umtausch generell ausgeschlossen ist. So schützt sich diese Branche gegen die Rücknahme von bereits getragenem. Bei Porzellan ist ein solcher Schutz leider nicht möglich und für den Laien sieht der Teller nach dem Spülen aus wie zuvor. Doch nicht für uns! Stärke,- Fett-, Calcium- und Spülmittelrückstände sind für uns sofort erkennbar und entlarven den Rückgebenden als "Spitzbub". Teilweise konnten wir auch anhand von nicht entfernten Essensresten sogar die Speisenkarte rekonstruieren. Solche Vorkommnisse sind im wahrsten Sinne des Wortes eine doppelte Sauerei, bei deren Vorkommnis wir von jeglichen Zusagen ausdrücklich zurücktreten!

 

 

Rückgabe wegen Storno

 

Auf dem II. Rang der beliebtesten Rücknahmewünsche der Endkunden liegt die abgesagte Großveranstaltung. Besonders ärgerlich ist die Regel, dass meist große Mengen davon betroffen sind. Eine abgesagte Hochzeit, ein Trauerfall in der Aktiengesellschaft oder einfach nur eine Schlechtwetterfront im Juni und schon ist eine geplante Großveranstaltung abgesagt. Wohin also mit den bestellten, meist schon gelieferten Mengen? Ganz einfach: Zurück zum Lieferanten!

 

 

Rückgabe wegen Fehlkauf

 

Selten, aber doch gelegentlich konfrontieren uns auch Handelspartner mit dem Anliegen, nicht verkaufte Ware zurückzunehmen. "Die Waren haben sich nicht verkauft..." oder " ... man haben sich mehr vom Abverkauf versprochen...". Fast ehrenrührig würden unsere Rückfragen aufgefasst, wenn wir das "warum" hinterfragen.

- Wurde das Produkt denn beworben?
- War es zu hoch kalkuliert?
- Ist es den richtigen Kunden angeboten worden?

 

 

Geschäfte auf Augenhöhe

 

Vielerorts mag in Vergessenheit geraten, warum sich ein Kaufmann vor Aufnahme einer Geschäftsbeziehung auf gewerblicher Ebene eine Gewerbeanmeldung bzw. einen Handelsregisterauszug aushändigen lässt! Es sichert die vollumfassende Vertragssicherheit aller Geschäfte im Sinne des HGB und schließt den im BGB verankerten Privat- und Verbraucherschutz (u.a. § 381 BGB) aus. Einfacher ausgedrückt: Beide Vertragsparteien legitimieren sich als Vollprofis, die wissen, was sie tun! Im Profi-Business kommt jeder für seine Fehler selbst auf.

 

 

Der gute Kunde

 

Oftmals entscheidet der Kaufmann ein Rücknahmebegehren nach der Bedeutung seines Kunden und nicht nach der vorliegenden Sachlage. Faustregel: Je größer die Bedeutung eines Kunden, desto eher wird ein Geschäft rückabgewickelt. Oft ist die sachliche Bewertung einer Rücknahme dabei von nachrangiger Bedeutung und unterliegt der Beurteilung einer Wertschöpfung der Geschäftsbeziehung aus Sicht des Entscheiders. Doch dabei ist zu bedenken: Die Wichtigkeit des "guten Kunden" trägt sich aber nicht automatisch zum Lieferanten weiter, bitte denken Sie daran!

 

 

Rücknahme großer Mengen

 

In seltenen Fällen werden wir gebeten, "große Mengen" zurückzunehmen. Dies ist meist die Folge einer misslungenen Neueröffnung oder eines geplatzten Events. Je größer die Menge, die wir zurücknehmen sollen, desto schwieriger bzw. unmöglicher wird das Anliegen einer Rückgabe. Um diesen Zusammenhang zu verstehen hier ein Blick auf den Hintergrund. Die Pflege und der Unterhalt einer Kollektion von 4.000 Artikeln und Ideen in Porzellan erfordert neben einer gewissen Liquidität vor allem auch einen reibungslosen Ablauf in der Disposition. Die Lieferung einer "größeren Menge" unseres Porzellans an einen Kunden löst meist noch am selben Tag eine Disposition dieses Artikels im herstellenden Werk aus. Spätestens jedoch eine Woche nach Abgang der Ware ist der betroffene Artikel in der Produktionsplanung.

 

Eine einmal erteilte Disposition einer Herstellungsart (Gießen, Drehen, Rollen oder Pressen) lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr abbestellen, weil die Einrüstungen der Maschinen entsprechend der Artikelart (Massenart, Farbe, Gewicht, Qualität u.a.) vorgeplant und getaktet sind. Die Beschaffung von Kartonagen, Umkartons und Etiketten ist ebenfalls Bestandteil der Vorplanung. Ganz davon abgesehen, dass die Stornierung einer in Auftrag gegebenen Produktion in den meisten Herstellungsländern als unprofessionell und unseriös geachtet wird.

 

Mit anderen Worten hätte eine Rücknahme die Lagerung der mindestens doppelten Menge zur Folge. Leider sind es letztlich Chargen von 10.000 Stück aufwärts, die wir für den Start einer Produktion pro Artikel benötigen. Ein Blick in unser Lager belegt, dass wir in "keiner Ecke" mehr Platz haben und sogar die Mittelgänge mit Ware befüllen müssen, um das regelmäßige logistische Aufkommen zu bewältigen. Wir bitten aus den genannten Gründen um Verständnis, dass wir große Partien einer Ware nicht gegen Gutschrift zurücknehmen können.  

 

Der gütliche Weg

 

Obwohl es nur eine handvoll berechtigter Gründe für eine Warenrücknahme im Geschäftsverkehr gibt, entscheiden wir uns meist für den "kundenfreundlichen Weg" und nehmen die Mühen einer Warenrücknahme handelsüblicher Mengen auf uns. Gelegentlich muss man eben auch im Geschäftsleben "einen Fünfer gerade sein lassen", denn letztlich verkaufen wir die Ware schneller oder besser als ein Kunde, bzw. Endkunde; das sehen wir ein.

 

Rücknahmebedingungen für handelsübliche Mengen

 

Die Rücknahme von Waren unterliegt nachfolgenden Bedingungen:

- Die Ware und deren Kartonagen sind unbeschädigt.
- Die Ware ist original verpackt.

- Zeitpunkt der Lieferung liegt maximal 14 Tage zurück.
- Es bestehen keine offenen Forderungen.
- Die Rückgabe erfolgt nur gegen Warengutschrift.
- Der Rücktransport erfolgt zu Lasten des Rückgebenden.
- Das Bruchrisiko des Rücktransport trägt der Rückgebende.
- Reduzierte Ware ist von der Rücknahme generell ausgeschlossen.
- II. Wahl und Fehlware sind von der Rücknahme generell ausgeschlossen.


- Der Rückgebende erkennt den Handlingskosten-Abschlag in Höhe von 25% an.
- Es wird nur unversehrte Ware gutgeschrieben.

 

 

25% Rücknahmekosten

 

Wir erbitten uns für den Fall der freiwilligen Rücknahme das kaufmännische Verständnis, dass auch unsere Mitarbeiter Geld kosten und ein Rücknahmeprozess Geld und Arbeit kostet.

- Die Briefmarke für eine Rechnung kostet 70 Cent.
- Für die Gutschrift nochmals das Selbe.
- Eine Gutschrift bei der KSK Köln kostet 36 Cent.
- Für die Rücküberweisung zahlen wir nochmals das Selbe.
- Bevor wir in unser Lager schauen, haben wir bereits rund 5 Euro ausgegeben.

- Ein Wareneingangsprotokoll wird angefertigt, die Ware im Hochpalettenlager neu verstaut.
- Der Fabrik liegt bereits für die abverkaufte Waren ein automatischer Fertigungsauftrag vor, so dass wir in 7 von 10 Fällen bei großen Mengen die Reichweite eines Artikels um die rückgeführte Menge doppelt bevorraten.

 

 

Geteiltes Leid ist halbes Leid

 

Unter diesen Gesichtspunkten und im Hinblick auf die meist vorliegende Freiwilligkeit einer Rücknahme bitten wir um Verständnis, dass die Höhe unserer Rücknahmekosten ein unverhandelbarer, transparenter und durchaus fairer Kostensatz unseres Unternehmens ist, denn wir allen Kunden gleichermaßen im Fall einer Rücknahme belasten, denn letztlich ist uns wirklich jeder Kunde teuer und wichtig!

Wir danken für Ihr Verständnis!