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Eigenschaften

Die Eigenschaften des Porzellan

 

 

Porzellan - ein Werkstoff mit dem wir jeden Tag vielfach in Berührung kommen und meist doch wenig über ihn wissen. Die verschiedenen großen Gruppen des Porzellan kann man auch unterscheiden in

  • Alltag (Bad & Fliese)
  • Hygiene & Sanitär
  • Technik (Isolation & Stabilisisation)
  • Kunst & Kultur 

Wir von Holst Porzellan beschäftigen uns vor allem in den Bereichen "Tisch & Tafel", "Sanitär & Spa" und "Laborporzellan". Dabei nimmt der Anteil "Gebrauchsporzellan" - also die Sparte "Tisch & Tafel" den mehrheitlichen Teil unserer arbeit in Anspruch. Dennoch haben alle Arten den Porzellan die grundsätzlich selben Verwendungseigenschaften

  • elastische Formgebung
  • hohe Stabilität
  • extreme Hygieneeigenschaften
  • gute Temperaturbeständigkeiten
  • geringe Oberflächenspannung
  • harte Oberflächenresistenz
  • extreme Korrosionsbeständigkeit
  • lange Haltbarkeit
  • hergestellt aus natürlichen Rohstoffe

 

Holst Porzellan begleitet das Porzellan numher seit mehr als 60 Jahren. Wir haben den Wandel der Zeit des "weißen Gold" miterlebt, große Porzellandynastien aufsteigen und wieder fallen gesehen und manchmal fühlt ers sich an, als würde Kaolin in unseren Adern fließen. Für uns ist Porzellan Leidenschaft, Form und Funktion. Diese Bezeichnung ist prägend für Holst Porzellan, aber wir wollen ja hier in unserer Warenkunde neutral bleiben! 

 


 

Porzellan gehört zur Gruppe der keramischen Erzeugnisse (erdene Massen), aus der sehr viele und überaus unterschiedliche Endprodukte hergestellt werden. Die Bandbreite erstreckt sich vom Hightech Produkt für die Raumfahrt, über Tisch und Tafel bis zum Sanitär- und Badbereich. In vielen Endprodukten finden wir Porzellan, obwohl es kaum einer vermutet. Isolatoren von Strommasten sind ebenso Porzellan wie viele Möbelknöpfe, Mahlwerke von Gewürzmühlen u.v.a. 

In unserer Warenkunde lassen wir die technische Keramik aus und beschäftigen uns mit dem Gebrauchsporzellan. Die unterste, bzw. niedrigste Klasse der Keramik ist bekannt als Lehmziegel oder sog. Grobkeramik. Es folgen Irdenware, Feinkeramik, Majolika, Fayence, Steingut, Steinzeug, Feinkeramik und an der Spitze steht Porzellan. 

Durch die Abwandlung von Rohstoffen und die Weiterentwicklung von Fertigungsmethoden kennen wir heute noch weitere Arten von Porzellan wie Bone China (Knochenporzellan), Vitreous (dicht gebrannte Keramik) und viele andere. Den Namen "Porzellan" erhielt der Geschichte nach die hochgebrannte Scherbe von Marco Polo, der diese nach einer ähnlich aussehenden Muschel (Porcella) benannt haben soll. Im Grundsatz gibt es zwei verschiedene Arten von Porzellan; das Hartporzellan und das Weichporzellan. Im europäischen Standard hat sich klar das Hartporzellan durchgesetzt und dominiert heute den Bereich Tisch und Tafel.

Vor allem aber ist Porzellan ein Stück Tischkultur! Erst das weiße Porzellan verleiht einer kulinarischen Köstlichkeit ihren ansprechenden Rahmen. 

 


 

Warum ißt man von Porzellan?

Es gibt 2 Gründe, warum sich Porzellan auf Tisch und Tafel über die Jahrhunderte als Produkt und Kulturgut durchgesetzt hat und nach wie vor den höchsten Stellenwert in Sachen Tischkultur erfolgreich verteidigt! Zum einen hat uns Marco Polo das weiße Gold als Symbol für Macht und Reichtum vermittelt, zum anderen gibt es bis heute keinen Werkstoff, der Hygiene, Formbarkeit und Funktion besser in sich vereinen konnte, als das Porzellan. Porzellan ist sowohl dem Glas, als auch allen Metallen im Hinblick auf seine Verwendungseigeschaften im Umgang mit Lebensmitteln überlegen. Die Langlebigkeit echten Hartporzellan überdauert Jahrzehnte, ohne dass Porzellan seinen Glanz und seine Anmutung verliert.

 


 

Vergleich: Was ist besser - Hartglas oder Porzellan?

Für wen? Für den Gast, bzw. Patienten, für das Küchenpersonal, für den Geldbeutel oder für den Lieferanten von chemischen Spülmitteln? Letzterer plädiert klar für Hartglas, denn ihm ist damit ein erheblicher Mehrumsatz. sicher. Aber Spaß beiseite, es gibt Einsatzbereiche, in denen die mechanische Belastung des Geschirrs so erheblich ist, dass auch wir den Einsatz von Hartglas statt Porzellan empfehlen.  Es gibt bis heute keine repräsentative, vor allem allgemeingültige  Statistik, aber alle Beteiligten wissen, dass Hartglas aufgrund seiner weicheren Oberfläche erheblich korrosionsanfälliger ist als Porzellan. Besonders in Verbindung mit chemischen Reinigungsstoffen ermüdet Hartglas wesentlich schneller als (jedes) Porzellan und das geht auf Kosten der Langlebigkeit!  Dafür bricht Porzellan viel schneller, aber nicht in eine Millionen kleine Stücke... Wir möchten diese Frage damit beantworten, dass ein Blechnapf und ein Melaminteller in Punkto Haltbarkeit und Preis weder von Hartglas, noch von Importporzellan geschlagen werden können! Schauen Sie einfach mal auf Ihren Schreibtisch! Ist Ihr Trinkbecher aus Hartglas oder Porzellan...?

 

 


 

Ist bruchfestes Porzellan eine Alternative?

Die wenigsten wissen, dass Porzellan nicht in Deutschland erfunden wurde, sondern als hohe Handwerkskunst der Chinesen über die großen Eroberer nach Europa kamen. Johann Friedrich Böttger war nicht der Porzellanerfinder, sondern ein Alchemist, der seinen Geldgebern alles mögliche versprach, um Ihnen das Geld für seine Forschungsarbeiten zu entlocken. Seither ist das Europäische Porzellan immer eng mit Fürstenhäusern und Alchemisten verbunden. Wen wundert es also, dass bis heute mit Zusatzstoffen und Additiven auch in Porzellan experimentiert wird. Ja - es gibt bruchfesteres Porzellan als Hartporzellan! Ja - es gibt leichteres Porzellan als Hartporzellan! Ja- es gibt auch dünneres Porzellan - als Hartporzellan. Wir führen diese Varianten des Porzellan nicht, weil es nach unserem Wissensstand bis heute keine "Abart" dieser Porzellanvarianten gibt, die im Gesamtprofil die Resistenz des Hartporzellan schlagen können. Mit jedem Additiv muss die Brenntemperatur für das Porzellan abgesenkt werden - und dies geht klar zu Lasten der Oberflächenhärte und Korrosionsresistenz! Bei uns gibt es "nur" das echte Feldspatporzellan, auch Hartporzellan genannt!

 


 

Ist Porzellan eine deutsche Domäne?
 

Diese Frage können wir mit einem klaren "nein" beantworten. Porzellan wurde weder in Deutschland erfunden (Warenkunde/Geschichte) noch ist Deutschland Hauptlieferant der Rohstoffe (Warenkunde/Rohstoffe). Als Trittbrettfahrer ist es Johann Friedrich Böttger 1708 gelungen, Porzellan nach dem Vorbild der Chinesen zu erstellen, wobei die erste deutsche Scherbe aus Meissen mehr Ähnlichkeit mit einem roten Dachziegel hatte, als mit reinweißen Tafelporzellan.

In Punkto Rohstoffe ist Imerys Frankreich seit vielen Jahren Weltmarktführer. Richtig ist, das Deutschland mit bekannten Marken wie Rosenthal, Meissen, Hutschenreuther & Co. eine Spitzenposition auf den oberen Preisrängen einnimmt. Doch auch diese Position müssen sich die Deutschen Fabriken mit ausländischen Unternehmen teilen wie Villeroy & Boch (Luxemburg und Europäischer Marktführer) Royal Copenhagen (Dänemark), Augarten (Österreich) , Herend (Ungarn), Ginori (Italien), Limoge und Fabergé (Frankreich) u.v.m. teilen.

Eine Manufaktur für das "weiße Gold" zu besitzen war in vielen Fürstenhäusern schick und angesehen, schon immer hat die Herstellung der edlen Scherben ein Vermögen gekostet. Deshalb darf man durchaus  feststellen, dass Porzellan eine fürstliche Domäne ist, aber keinesfalls eine Deutsche! 

 


 

Lieber rein deutsches Porzellan kaufen?
 

Ich kaufe lieber deutsches Porzellan!" - hören wir gelegentlich von Händlern und Endverbrauchern. Aus der Sicht des Sprechers eine Intension, die er mit vielen Argumenten belegen könnte. In Gesprächen hören wir dann aber raus, dass man mit "Deutsch" meist eher eine bestimmte Marke wie "Bauscher" oder "Villeroy & Boch" gemeint hat, als den Produktionsstandort.Abgesehen davon, dass V & B inzwischen mehr ein Luxemburgisches Unternehmen ist als ein Deutsches, kann man diese Form der Markentreue nur anerkennen - und damit unseren Wettbewerb!

Wer treu zur Marke steht ist ein zufriedener Kunde!

Der Mercedesfahrer fährt eben gerne "Benz" und nicht einen roten Ferrari. Der teuerste Sportwagen der Welt kommt aus England und der Schnellste aus Italien. Die größten Aktiengewinne des VW-Konzern stammen aus Shanghai und des deutschen liebstes Urlaubsland ist die Türkei. Das Porzellan erfunden haben die Chinesen - und das schon 2600 vor Christi. Die Zahl der in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter in der gesamten Porzellanindustrie für Tisch & Tafel liegt inzwischen unter 5.000 Arbeitnehmern und die Herstellung des "Deutschen Porzellan" übernehmen fast ausschließlich nur noch Produktionsroboter und zwar die gleichen, wie sie in der Türkei, in Ägypten, den Emiratetn, in Bangladesch und allen anderen Ländern stehen, die Porzellan herstellen.Wer also glaubt, überall wo "Deutschland" drauf steht ist auch Deutschland drin - bitte schön!

Wer mehr wissen will empfehlen wir den Beitrag "Made in Germany" zu lesen.

 


 

Haben Sie weitere Fragen? 

Wir beraten Sie gerne: +49 (0) 5201 849551 oder per Email: office@holst-porzellan.de

Ihr Holst Porzellan Team

Halle/Westfalen

 

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