Drucken

Pressen isostatisch

Produktionsverfahren: Isostatisches Pressen

 
 
 

Die Vertikalpresse

Vor allem BBC als englischer Hersteller von Hochleitungsmaschinen für die Porzellanherstellung hat sich schon Ende der 70er Jahr auf das Vertikalpressen spezialisiert. Diese Maschinenmonster arbeiten im Inneren ihres Körpers vertikal - also hochkant - und fertigen meist mit nur einer Formenmembrane (Monopresse). Im Unterschied zu den deutschen Maschinen (Horizontalpressen) können auf Vertikalanlagen auch Artikel großer Durchmesser, meist bis 34 cm gefertigt werden. Diese, sehr teure und aufwendige Verfahrensweise wird vor allem für große, runde Flachteile wie Pizzateller angewandt. Das Rohmaterial wird nicht wie bei anderen Verfahren feucht eingesetzt, sondern die Vertikalpresse arbeitet wie alle isostatischen Anlagen auch, mit einem Trockengranulat. Stellt man sich vor die Maschine ist es schon fast mystisch, wie in einem immer gleichen, rhythmischen Zeitabstand Teller für Teller von dem Ungetüm "ausgespuckt" wird. Imerys France hat als Hauptlieferant des Granulatpulvers den internationalen Markt fest im Griff: Eine Tonne kostet weltweit im Schnitt rund € 500,00. Inkl. des Rohstoffverlust macht dies knapp 60 Cent reine Material/Granulat kosten - ohne Maschine und Brand! Angesichts eines Marktpreises von einem 30 cm Pizzateller, der gerne schon 'mal für € 2,50 angeboten wird ist deutlich, mit welch geringen Margen heute in der Porzellanindustrie gearbeitet wird, bzw. werden muss.

 


 

 

 

Horizontal Pressen

Die 4. Generation der Produktionsroboter verleihen dem Betrachter das Gefühl von Science-Fiction in der Porzellanherstellung. Moderne, vollautomatische Roboterfertigung wie hier am Beispiel einer Dorst Roboterpresse übernimmt den gesamten Fertigungsablauf vollautomatisch mit einer Maschine. Am Ende des Fertigungsablaufes steht eine qualitativ einwandfreie, polierte und gesäuberte Porzellanplatte in einer Art und Güte, wie sie niemals von Menschenhand nachgebaut werden kann. Angesichts dieser Fertigungsmethode (man braucht nur noch einen Arbeiter mit einem Ölkännchen) mag man sich streiten, welche Produktionsmethode wohl mehr Arbeitsplätze raubt...  Inzwischen sind diese Fertigungsroboter zu ausgewachsenen Mehrarmmaschinen mutiert, die in Europa die Arbeit ganzer Hundertschaften von Menschen erledigt. Beruhigend, dass die Grundkosten eines Porzellanartikels bei dieser Herstellungsmethode ein kleines Vermögen auffrisst, denn sowohl die Form als auch das Computerprogramm  - muss für jeden Artikel neu geschrieben werden - sind sehr teuer und überaus aufwendig zu erstellen.