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Drehen

Produktionsverfahren: Drehen

 

Unter "Drehen" versteht man in der Porzellansprache die Formgebung von Flachteilen mit Hilfe von Rotation,  i.d.R durch einen Stempel und einer darunter liegenden, rotierenden Scheibe. Kurios dabei ist der irreführende Sprachgebrauch. Man sprich von einem Tellerroller, von gerollten Tellern, vom Rollverfahren, aber die Maschine wird auch als gerne als Tellerroller bezeichnet. Ein kurzer Abstecher in die Physik hilft den Unterschied zu verstehen. Orientieren wir uns am oberen Teil der Maschine, dem Stempel. Wird dieser seitlich über ein Flachteil gedreht spricht man vom Rollen, wird er von oben in eine Form eingeführt spricht man vom Drehen. Merken Sie sich einfach die Faustformel:
 

Teller   = Drehen

Becher = Rollen

Platten = Pressen
 

Hier wird übrigens auch deutlich, wie der Porzelliener "Platte" und "Teller" unterscheidet. Vor der Erfindung isostatischer Tellerpressen wurden Teller ind der traditionellen Porzellanherstellung immer gedreht. Drehen konnte man aber nur runde Teile. Entgegen dem Verbraucher, der einen eckigen Teller eben "eckigen Teller" nennt, bezeichnet der Porzelliener den "eckigen Teller" immer als Platte, weil eine Platte, als Mitglied der Familie der Flachteile, stets gepresse wurde. Also merke: Teller = rund, Platte = eckig, oder oval.
 

In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns demnach mit der traditionellen Tellerfertigung. 

 


 
 
 

Die Produktion

 

Jeder unserer Produktionspartner wird von unserem Personal regelmäßig auf die Einhaltung unserer Standards hin überprüft, denn nur aus einer "sauberen" Fabrik kann auch am Ende gute Ware heraus kommen! Dabei ist nicht die Größe der Fabrik entscheidend, sondern ihre organisatorische Gliederung, Zustand der Maschinen und Geräte, sowie ein schematisch organisiertes Qualitätsmanagement.
 

Auch der soziale, menschliche Aspekt wird bei der Auswahl unserer Produktionspartner berücksichtigt, in Menschen "unwürdigen" Fabriken oder in Werken, die in erheblichen Maße Umweltprobleme verursachen lassen wir grundsätzlich nicht fertigen. Helle Lichtverhältnisse und eine Staubentsorgung sind bei der Porzellanherstellung wichtige Faktoren, da andernfalls die Glasuren nicht in der gewünschten Reinheit aufgebracht werden können. Wir können unseren Kunden getrost versichern, dass unsere Produktionspartner nach den Standards westeuropäischer Fertigungsarten produziert wird! 

Je nach Artikel wird Porzellan auf verschiedene Art und Weise gefertigt. Wir zeigen Ihnen hier die üblichen Methoden.

 

 


 
 
 

Die Flachteilfertigung - Der Einzelplatz

 

Als Flachteile bezeichnet man in der Porzellanproduktion Teller, Platten, Untertassen und andere plan ausgeformten Artikel, die rund sind. Ihre Herstellung erfolgt mit einer anderen Methode als der Guss: Nach der konventionellen Methode werden Flachteile gerollt. Moderne Fabriken (mit viel Kapital) erledigen diesen Produktionsbereich mit sog. "Isostatischen Pressen". in unserem Video sehen sie einen typischen Einzelplatzroller, der sich für die Herstellung von kleinen Auflagen (Individualfertigung) besonders gut eignet, weil die Erstellung der Formen im Vergleich zu anderen Fertigungsmethoden sehr günstig ist. Wie Sie sehen, wird hier noch viel Hand angelegt und man kann wirklich feststellen, dass gerollte Teller vom Einzelplatzroller "echter Handarbeit" entsprechen. Die Flachteile müssen in der Gipsform austrocknen, deshalb ist es für den Arbeiter Schwerstarbeit, sein tägliches Pensum zu schaffen. Mit einer Gipsform können bei Flachteilen ohne Relief rund 1000 Teile, mit Relief circa 4 - 600 Artikel hergestellt werden. Für eine Massenproduktion ist deshalb dieses Verfahren nicht geeignet, obwohl es mehrheitlich vor allem in Chinesischen Porzellanfabriken angewandt wird.

 

 


 
 
 

Der Tellerroller

 

Ist ein "Halbautomat", der sowohl als Einzelplatzgerät bis zu ganzen Fertigungsstraßen ausgebaut werden kann. Die Porzellanform hat das Tellermuster als Negativ und der Roller presst die Porzellanmasse in das Innere der Form. Nach einer kurzen Trocknungszeit kann der weiche Tellerkörper der Form entnommen werden und wahlweise für den ersten Brand, oder für das Ausputzen (Reinigen von überschüssigem Material) herangezogen werden. Die Fertigungskapazitäten eines einzigen Rollers sind erheblich. Wir haben bei unseren Partnerfabriken Ausstöße bis zu 600 Tellern/Std. auf einem einzigen Roller gemessen. Die Fertigungshallen, in denen Rollerstraßen untergebracht sind, können gigantische Ausmaße erreichen. Die menschliche Arbeit kann mit der Kapazität der Anlagen nicht mithalten. Unser größtes Partnerwerk in Asien misst eine Produktionsebene - nur mit Einzelrollern - von über 3.000 qm.

 

Einige tausend Produktionsformen sind notwendig, um eine solche Produktion aufrecht zu halten. Im Gegenzug kosten die Stahlformen isostatischer Herstellung einige zehntausend Euro, was am Ende auf einen fast gleichen Kostenstand in den Produktionen kommt. Klarer Standortvorteil für Asiatische Fabriken ist ihre klimatische Lage. Durch die verhältnismäßig hohen Temperaturen (im Sommer gerne über 42° C im Schatten) erreicht man eine Luftrockung, in in deutschen Breitengraden nur mit thermischer Energie zu erreichen ist. Diese Ersparnis an Energie verleiht den asiatischen Herstellern neben den reichhaltigen Rohstoffvorkommnissen einen weiteren Standortvorteil.