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Garnieren

Garnieren

 
 

 

Unter dem Begriff "garnieren" oder "angarnieren" fassen wir Porzelliner das nachträgliche Anbringen von Artikelbestandteilen, die sich im formgebenden Herstellungsprozess nicht fertigen lassen. Meistens sind die Henkel von Tassen und Bechern, Deckelknöpfe und sonstige Verzierungen eines Porzellankörpers. 

 

Wäre nicht der "Henkel", würden Kaffeebecher "fast" die Hälfte kosten..., so könnte man ohne weiteres das "Angarnieren" eines Henkels kostenseitig betrachten, denn weiß schon, dass die Fertigung und Anbringung eines kleinen Henkel oft mehr Aufwand und handwerkliche Leistung erfordert, als die Herstellung des Becherkörpers selbst! Denn auch ein Henkel - und sei er noch so klein - muss separat hergestellt werden. Hochmoderne Produktionsanlagen in Westeuropa fertigen heute schon auf vollautomatischen Becherstraßen Tassen und Trinkbecher komplett mit Henkel. Bislang unterliegen jedoch diese riesigen, vollautomatischen Straßen bzw. Roboter der Geschwindigkeit unserer handwerkichen Fertigungsmethode, auch wenn diese nicht immer "100%" präzise sind. 

 

Sehn Sie dazu auch unser kleines Video:

 

         

 

Nachdem der Henkel als quasi Einzelteil im Gussverfahren hergestellt wurde, muss dieser per Hand auf die Tasse oder den Becher aufgebracht werden. Als "Klebstoff" (Verbundstoff) dient flüssige  Porzellanmasse, sog. "Schlicke", die auf die Kontaktpunkte aufgebracht wird. Behutsam wird der Henkel manuell auf den Becherkörper gedrückt und nach Trocknung und Ausputzen gemeinsam glasiert. Im Hartbrand verglühen die in verschiedenen Produktionsgängen gefertigten Teile eines Artikel miteinander und bilden dann über die Glasur eine einheitliche und ebene Oberfläche. Hochwertig gefertigte Kaffeebecher sind an den Verbindungspunkten "Körper und Henkel" weder porös, noch weisen sie dort Risse auf! Achten Sie beim Kauf besonders darauf, dass die Henkel nicht geklebt sind, wie es von "Billigfabriken" aus Lateinamerika oder Osteuropäischen Ländern gerne angeboten wird.

 

Physikalische Belastungstests haben ergeben, daß die Stabilität und Haltbarkeit eines Becherhenkels definitiv nicht von der Herstellungsart "Maschine" oder "Handarbeit" abhängig ist. Mehr dazu unter Fehler im Porzellan.