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Giessen

Produktionsverfahren: Giessen

 

Ausgeformte Hohlteile (z.B. Terrinen) werden aus flüssiger Porzellanmasse (Schlacke) in Gipsformen "gegossen". Diesen Prozess nennt man auch Hohlfertigung oder Hohlteilfertigung. Bereits nach kurzer Standzeit beginnt die Gipsform damit, der Porzellanmasse das Wasser zu entziehen. Die Masse festigt sich an den Wandungen der Gipsform, bis nach fest vorgegebenen Zeitwerten der Rohartikel seine Wandstärke erreicht hat. Die restliche Schlacke wird einfach ausgekippt und für den nächsten Produktionsgang verwendet. Die gängigen Fertigungsanlagen sind Gussbänke und Gussrondelle.

 

 

Handwerklich ist das Gießen die wohl anspruchsvollste Art der Porzellanherstellung. Nach der Standzeit müssen die Formenschalen auseinandergebracht und das weiche Porzellan aus der Form entnommen werden.

 

Dieser Produktionsgang ist besonders sensibel wegen der großen Gefahr der Deformation, weil die Masse noch sehr weich ist; ein kleiner Fingerdruck reicht aus, um den Porzellankörper zu zerstören!


Nach Erfahrungswerten und vorgegebenen Zeitwerten, auch abhängig von den Artikeln und den klimatischen Bedingungen muss die Schlacke zwischen 3 und 15 min. in der Gipsform "stehen". Bei besonders hochwertigen Produkten stehen die Gussformen auf rotierenden Scheiben, um eine Gleichmäßigkeit der Scherbenstärke zu erzielen.

 
 
 

Die Gussformen müssen mehrere Stunden stehen, bis die Porzellanmasse fest genug ist, um ohne Deformation aus der Gipsform entnommen zu werden. Das macht deutlich, warum gegossene Porzellanartikel im Verhältnis teurer sind, als gedrehte oder gepresste Artikel! Die Produktion nimmt erheblich mehr Platz und Zeit in Anspruch! Erheblich schneller und günstiger ist die Herstellung von kleineren Flachteilen (Teller bis 28 cm) auf sog. Rollerstraßen. Dabei unterscheidet man zwei Methoden: Das "Over-Rolling" (die Masse wird über die Form gerollt) und das "Inside-Rolling" (die Masse wird in eine Form eingerollt). Beide Verfahren arbeiten mit einer festeren Masse (Kuchen), der als Scheibe in/auf die Form gelegt wird. Ein Stempel verteilt dann gleichmäßig die Masse über der Form. Schon nach kurzer Trocknung (wenige Minuten) kann der Artikel von der Form abgenommen werden.