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Polieren

Das Polieren in der Porzellanindustrie

 

Ist ein Teller in Form gebracht und hat durch Brand oder Trocknung den Grad der Weiterverarbeitung erreicht, egal ob auf dem Einzelplatzroller oder auf einer Straße, sind seine Böden (Stellringe) rau und scharfkantig. Sie müssen nachbearbeitet werden, damit das Porzellan beim Aufstapeln sich nicht selbst zerkratzt, denn der Boden einer Unterseite kann die Glasur auf der Oberseite beschädigen. Diese Arbeit ist von hoher Intension geprägt und durch die starke Staubentwicklung mit Sicherheit auch nicht unschädlich für die Gesundheit.  Natürlich betrifft dies nicht nur Teller, sondern alle Porzellanartikel mit unglasierten Stellen müssen nachgearbeitet werden.

 

 

 

Warum man unglasierte Stellen hat? Nun, das Porzellan muss beim Brand frei stehen, d.h. die Kontaktpunkte Stellfläche zur Ofenkapsel (oder Trägerplatte) können nicht glasiert sein, weil der Artikel auf selbigen steht. So kann man feststellen, dass es keinen 100% durch glasierten Porzellanartikel geben kann: Irgendwo findet man immer die rauen Stellen des Glühbrandes. Aus Frankreich stammt die Brennmethode des "Hängebrandes". Dort steht nicht der Teller auf einer Vorrichtung, sondern wird in speziellen Schamottgestellen aufgehängt.  Diese Brennmethode gewährleistet zwar glasierte Stellringe, aber die "Finger" des Gestells hinterlassen auf der Rückseite des Artikels unansehnliche, teilweise scharfkantige Kontaktpunkte im gegenüberliegenden Verhältnis 1 : 2 , insgesamt also 3 Brennpunkte.

 

Der Polierroboter
 

Ähnlich wie beim einarmigen Banditen (so wird der Horizontalroboter s.o. auch gerne genannt) sind der Technisierung kaum mehr Grenzen gesetzt. So gibt es Fabriken, die statt der Polierstraßen oder der Handpolierung inzwischen Polierroboter einsetzen, die das Glattschleifen der Böden und rauen Stellen übernimmt.  Obwohl beeindruckend anzusehen und von unerreichbarer Präzision geprägt, halten wir angesichts der hohen Anschaffungs- und Einrichtungskosten den Einsatz dieser Maschinen für fraglich.


Wir denken, dass eine Gesellschaft auch Arbeitsplätze für nicht top qualifizierte Mitarbeiter stellen sollte und die Anschaffung von "jobkillenden Maschinen" nicht durch Abschreibung und Sonderförderung vom Staat, bzw. Steuerzahler bezuschusst werden sollte.

 

Der Poliertunnel

 

Wesentlich aufwändiger und noch exakter arbeitet eine Schleifmaschine, die ins Deutsche übersetzt "der Schleiftunnel" genannt wird. Auf Laufbändern aufgelegt werden unter starker Rotation und Wasserberieselung die Porzellanteile geschliffen. Dies hat zum einen den Vorteil eines geringen Staubaufkommen, was Staubfilteranlagen erspart und zum anderen nutzen sich die Diamantschleifer weniger ab. Ferner ist die Maschine schnell justiert, was sie auch bei der Realisierung kleinerer Auflagen sinnvoll macht.

 

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