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Auftragsverlauf

Der übliche Auftragsverlauf

 

In der Regel besteht ein Vignettenauftrag aus 10 Phasen. Wir beschreiben in kurzen Worten den Auftragsweg von seiner Entstehung bis zur Auslieferung beim Kunden.

 

 

1. Budgetermittlung

 

 

Grundsätzlich sollte der Kunde zunächst entscheiden, welche Qualitätskriterien für ihn in Frage kommen. Steht ein günstiger Preis im Vordergrund und soll die Veredlung nur einen relativ kurzen Zeitraum halten, dann kann man ein "Siebdruckverfahren" anwenden. Großer Nachteil: Die Veredlung ist zwar günstig, aber nicht spülmaschinenfest. Als professioneller Anbieter von Hartporzellan erlauben wir uns den Standpunkt, kein Porzellanveredelung im billigen Siebdruckverfahren vorzunehmen. Diese Form der Individualisierung bieten wir nicht an.

 

Wesentlich teurer, dafür aber um ein vielfaches langlebiger sind die In- und Aufglasurveredlungen, die in Spezialöfen bei Brenntemperaturen zwischen 650 und 1.250° C vorgenommen werden. Diese spülmaschinenfesten Dekore lassen sich auf zwei Arten anbringen: Dem Direktdruckverfahren und per Abziehbild.

 

Üblicherweise muss jede Produktion für Vignettenporzellan individuell gerechnet werden, wobei wir bei Standardartikeln, z.B. Kaffeebechern, über repräsentative Erfahrungswerte verfügen. In der Kalkulation müssen verschiedene Kosten aufeinander abgestimmt werden. Es gibt Grundkosten, die mengenunabhängig sind, wie z.B. die Erstellung einer Lithographie oder die Vorbereitung einer keramischen Umsetzung. Mengenabhängige Kosten sind die Aufbringung der Vignetten, das Brennen und die Verpackung der Ware. Es gilt der Grundsatz "je größer ein Artikel ist, desto teurer ist seine Veredlung". Warum das so ist, kann man mit wenigen Worten verständlich machen: Der Platz im Ofen ist teuer! Je größer ein Produkt ist (z.B. Pizzateller), desto weniger Stückzahlen kann man auf einer Fläche brennen. Hier ist also der Platzbedarf des Artikels im Brennofen ein wesentliches Kriterium. Je konkreter also ein Kunde seine Anfrage formulieren kann, desto einfacher und genauer können wir dafür ein Angebot erstellen.

Erklären Sie dem Kunden, dass eine Vignettenkalkulation stets individuell erfolgt und von vielen Parametern abhängig ist. Die Benennung eines groben Budget hilft uns in einer frühen Phase einer Kundenberatung die richtige Vorauswahl planen zu können.


 

2. Vorplanung

 

 

Beläuft sich die angefragte Stückzahl außerhalb sog. "handelsüblicher Mengen", sollte die geplante Lieferzeit den Produktionszeitraum des Weissporzellan mit berücksichtigen. Mit unserer Mengenabfrage ermöglichen wir online, sortiert nach Warengruppe und gewünschter Stückzahl, gezielt Auskunft zu erteilen, welche Artikel wir kurzfristig liefern, bzw. veredeln können.

Definieren Sie, wo genau die Vignette angebracht werden und wie groß es werden soll. Bei Trinkbechern wäre z.B. üblich: Logo 4 x 3 cm, mittig am Körper, symmetrisch zwischen Henkel und Becherfront. Vignetten im Inneren von Bechern und Tassen fertigen wir nur gegen erheblichen Aufpreis, da hier eine Sonderprüfung nach der Lebensmittelbedarfsgegenständeverordnung notwendig ist. Zudem ist die Anbringung der Vignette erheblich aufwändiger als an der Außenseite. Mundränder und Bordringe müssen 2 cm vom Lippenrand entfernt sein. Vignetten, die unmittelbar mit Speisen und Getränken in Berührung kommen, sind teurer und es steht nur eine kleine Farbpalette zur Verfügung.

Gegenüberliegende, gleiche Vignetten sind circa 1,5-fach zu rechnen. Jede Vignettenvariante ist als eigene Vignette zu rechnen. Kundeneigene Bodenmarken sind ebenfalls als eigene Vignette zu rechnen.

Legen Sie die Anzahl und Ausführung der Vignettenfarben fest und versuchen Sie möglichst, die Auswahl in unseren Standardfarben vorzunehmen. Das spart Zeit und Geld.

Erläutern Sie ehrlich und offen die Zahlungsbedingung "Vorkasse". In seltenen Fällen und bei bekannten Kunden kann man den Spielraum durch eine Teilzahlungsmöglichkeit erweitern, aber der Auftrag muss grundsätzlich vor Übergabe mindestens zu 66,66% bezahlt sein.


 

3. Angebotsphase

 

 

Ab jetzt übernehmen wir!

Senden Sie uns nun per Email die detaillierten Vignetten- und Artikelwünsche zu. Wir prüfen das eingesandte Material kompetent und gewissenhaft:

  • die Verfügbarkeit der gewünschten Artikel
  • die Umsetzbarkeit des vorgegebenen Logos in eine keramische Vignette
  • Größe, Platzierung und Anbringung der Vignette
  • die Farbausbeute der Vignettenvorgabe


Sollten wir feststellen, dass die Vignettenplanung verbesserungswürdig ist, erhalten Sie von uns umgehend die entsprechenden Vorschläge. Stellen wir fest, dass in der Vorgabe "runde Ecken" geplant sind, machen wir vor Angebotsabgabe darauf aufmerksam.

Sie erhalten unser Preisangebot und einen Platzierungsvorschlag innerhalb von 8 Tagen zurück. Bei guten Vorlagen erstellen wir von dem jeweiligen Artikel ein Ansichtsbild.


 

4. Der Auftrag

 

 

Das schriftliche Angebot für das Projekt ist erstellt!

Nachdem Artikel, Vignettenfarbe, Anbringung und Auflage (Menge) und Liefertermin definiert sind und sich der Kunde für eine Auftragserteilung entschieden hat, benötigen wir für den Fortgang des Projektes eine verbindliche Auftragserteilung.

Diese Phase ist für den Kunden ohne Risiko!

Bevor wir die Auftragserteilung von einem Kunden annehmen, fertigen wir ein sog. "Freigabemuster" an. Dieses Belegexemplar entspricht vollständig der endgültigen Produktion. Um ein solches Freigabemuster anfertigen zu können, müssen in der Produktion sämtliche Vorleistungen und Vorkosten eines Vignettenauftrages erbracht werden.

  • Umsetzung der keramischen Lithographie
  • Herstellung einer Vignette
  • Veredlung des Porzellan
  • Brand der Vignette
     

 

5. Freigabe

 

 

Etwa 2 bis 4 Wochen nach Auftragserteilung liegt das sog. Freigabemuster vor.

Dies wird in 2-facher Ausfertigung gebrannt und dient beiden Vertragspartnern als Auftragsbeleg. Dieses Muster muss schriftlich freigezeichnet werden und wird anschließend archiviert, damit beide Vertragsparteien über eine Produktionsvorlage verfügen.

Entspricht das Freigabemuster (aus berechtigten Gründen) nicht den Vorstellungen des Kunden, bessern wir nach und erstellen auf unsere Kosten max. zwei neue Auftragsvorlagen. Haben wir die Wünsche und Vorgaben des Kunden auch im dritten Muster nicht erreicht, legen wir automatisch den Auftrag nieder, ohne dem Kunden für die Erstellung der Muster etwas zu berechnen.

Der Auftrag wird dann ohne jeglichen Kostenerstattungsanspruch für beide Parteien niedergelegt.

Erfolgt eine Freigabe des Auftragsmusters, beginnt ab Eingang des Freigabeexemplar im Hause Holst Porzellan die angegebene Lieferzeit. Der Auftrag geht in die Produktion.


 

6. Untersuchung

 

 

Labortechnische Untersuchungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit!

Der Endkunde von vignettiertem Holst Porzellan/Germany verwendet die Artikel i.d.R. für den Umgang mit Lebensmitteln. Ein Werbebecher ist nicht nur ein Kaffeebecher, sondern ein Produkt das dafür bestimmt ist, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen.

Eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen gilt es zu beachten. Nur ganz spezielle Labore und Prüfanstalten sind zugelassen, einem Inverkehrbringer von Lebensmittelbedarfsgegenständen die gesetzliche Konformität eines Produktes zu testieren.

Bevor wir Aufträge mit großen Auflagen zur Produktion freigeben, fertigen wir anhand des Auftragsmusters eine labortechnische Untersuchung an.

Nur so können wir den Auftrag überhaupt erst zur Produktion freigeben und am Ende ruhigen Gewissens bei Auslieferung eine EU-konforme Eignungserklärung unseres Vignettenporzellan aussprechen.


 

7. Produktion 

 

 

Die Produktion von Vignettenporzellan besteht i.d.R. aus drei Abschnitten.

  • Produktion der Dekore (meist Siebdruck-Dekorbögen)
  • Anbringung der Dekore auf das Porzellan
  • Dekorbrand des Vignettengeschirr


Viele Hände sind nötig, das Kundenlogo auf das Porzellan zu brennen. Was gerne als "Druck auf Porzellan" bezeichnet wird ist in der keramischen Fertigung ein aufwendiger Vorgang, der oft den Kosten der Weißkörperproduktion gleichkommt; keramische Dekore werden bei Temperaturen bis zu bis auf 1.200° C eingebrannt.

Dabei muss das Porzellan völlig fett- und staubfrei sein! Deshalb geht der Dekoration von Porzellan meist ein aufwendiger Spülvorgang voraus, die Scherbe überhaupt in einen dekorationsfähigen Zustand zu bringen.

Beachten Sie: Porzellandekoration ist Handarbeit und niemals mit der Genauigkeit einer Druckmaschine vergleichbar!


 

8. Inspektion

 

 

Die Auflage, der Wert und Wichtigkeit eines Vignettenauftrages bestimmen die Art und Weise der Qualitätssicherung von Vignettenporzellan aus dem Hause Holst.

Bei einer Vignettenproduktion in Asien führen wir grundsätzlich vor Verladung der Ware eine umfangreiche Prüfung des Auftrages durch. Diese Inspektion bezieht sich sowohl auf den weißen Scherben, die Dekoration an sich, sowie die Einhaltung vieler begleitender Auflagen.

Diese sind z.B.

- besondere Verpackung
- EAN Etikettierung
- sortierte Setkartons
- Einbringung von Begleitpapieren

Geben wir die Lieferung frei, haben wir diese vorher gründlich geprüft!


 

9. Lieferzeit

 

 

Abhängig von der zeitlichen Vorgabe eines Vignettenauftrages erfolgt die Lieferung i.d.R. zwischen 3 und 20 Wochen nach Auftragserteilung.

Lieferzeiten gelten erst ab dem Zeitpunkt der schriftlichen Freigabe eines Auftragsmusters. Es können erhebliche zeitliche Verzögerungen entstehen, wenn eine Auftragsfreigabe nicht unmittelbar nach Vorlage erfolgt. Ferner sollte man wissen, dass genannte Lieferzeiten von Monat zu Monat und Saison zu Saison sehr unterschiedlich ausfallen. Vor dem Weihnachtsgeschäft (Juli bis Oktober) sind die Herstellungszeiten von Vignettenaufträgen erheblich länger als beispielsweise im Januar.

Unsere geschulten Mitarbeiter helfen Ihnen in jeder Phase einer Angebots- oder Auftragsabwicklung! Nutzen Sie diesen Service und überlassen Sie die Durchführung Ihres Vignettenporzellan denen, die es können: Holst Porzellan/Germany


 

10. Zustellung

 


 

Die Auslieferung eines in Deutschland angefertigten Vignettenauftrages erfordert keine besonderen Fertigkeiten. Wir haben hier leistungsfähige und gewissenhafte Spediteure, die sorgsam die Vorgaben ihrer Kunden einhalten. Diese Gewissheit hat man bei Überseelieferungen nicht und man ist vor allem auf zuverlässiges Personal angewiesen. Die Verladung von Containerware erfolgt bei Holst Porzellan unter den kritischen Augen eigener Mitarbeiter. Wir wissen bereits vier Wochen vor Ankunft, in welchem Zustand sich die Ware befindet. Jede Sendung wird vor Verschiffung schriftlich und bildlich dokumentiert und so die Einhaltung der von uns vorgegebenen Standards gewährleistet.