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Drainagebecher




 

 

 

Definition Drainage

Als Drainage (auch Dränage) bezeichnet man ein technisches System oder eine Maßnahme, um der Vernässung von Objekten oder Flächen entgegenzuwirken. Dazu werden Flüssigkeiten (meist Wasser) erfasst und zielgerichtet abgeleitet. In der Landwirtschaft, der Wassertechnik oder auch im Baugewerbe sind "Drainagen" Leitungswege, die Wasser und andere Flüssigkeiten gezielt zu einem Entsorgungspunkt ableiten. 

 

Drainagen an Porzellanhohlteilen

Als Hohlteile des Porzellans bezeichnet man vor allem Becher, Tassen und Schalen. Die Innenflächen der Hohlteile dienen dabei der Aufnahme von Flüssigkeiten (z.B. Kaffee) oder Nahrungsmitteln (z.B. Pudding). Das Spülen dieser Hohlteile muss eine rückstandslose und keimfreie Säuberung dieser Innenflächen gewährleisten. Spülmaschinen erledigen dies durch mechanischen Wasserdruck in Kombination mit Wärme und Chemie. Dazu ist es erforderlich, dass die Innenflächen möglichst barrierefrei zum Wasserstrahl ausgerichtet werden. Tassen, Becher und Schalen werden deshalb "kopfüber" in den Spülkorb gestellt. Auf diese Weise werden die Innenflächen von Hohlkörpern aus Porzellan hygienisch einwandfrei gereinigt. 

Doch diese Verfahrensweise hat vor allem bei Geschirrteilen mit großen Stellflächen oft einen erheblichen Nachteil: In der Innenfläche des Stellringes kann sich so viel Spülwasser sammeln, das im Trockungsvorgang nicht vollständig verdampft. Je nach Bauart des Hohlteils erreichen solche "Spülpfützen" gelegentlich das Volumern eines Schnapsglases. Beim Entnehmen des Spülgutes schwappt dann das Restwasser am Geschirr herunter und zerstört so das Spülergebnis. Bei Haushaltsspülmaschinen tropft es auch gerne beim Herausziehen des oberen Korbes auf das darunter liegende Spülgut und kann so schon mal fast eine halbe Spülmaschinenladung Geschirr verunreinigen. 

Haushaltsspülmaschinen bieten meist eine schräge Stellfläche für Gläser und Hohlteile und reduzieren so die Gefahr von Spülwasserrückständen erheblich. Anders die Gewerbespülmaschinen! Becher und Tassen werden meist auf 500 x 500 mm großen Flachkörben gespült, um möglichst viele Geschirrteile in einem Durchgang zu säubern. Die Gefahr von Spülwasserrückständen sind auf solchen "Durchschubkörben" extrem hoch! Dehalb werden professionelle Geschirr-Hohlteile für die gewerbliche Nutzung (in Gastronomie, Catering und in der Großversorgung) mit "Ablaufrillen" gefertigt, die das Restwasser in der Funktion einer Drainage während des Spülvorganges abführen. Wie das vor sich geht, sehen Sie oben in unserer Animation.

Flachteile wie Teller oder Platten benötigen keine Drainagen, da diese in allen Spülsystemen vertikal - also hochkant - in den Spülkorb eingebracht werden und das Restwasser mühelos ablaufen kann.

 

 

Spülrückstände können Giftstoffe enthalten!

Auf nahezu jedem Spülmittel - seien es "biologisch abbaubare", "auf reiner Zitrusbasis" oder mit "blauem Engel" versehen - ist zu lesen:

  • Von Kindern fernhalten! 
  • Bei Berührung der Augen sofort abwaschen!
  • Enthält Tenside oder Benzisothiazolione
  • Enthält Methylisothiazolione

Quelle: DM-Deutscher Drogeriemarkt zu Spülmitteln der Marken Pril und Denkmit: ".... Verursacht schwere Augenreizung. Ist ärztlicher Rat erforderlich, Verpackung oder Kennzeichnungsetikett bereithalten. Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen. BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. Bei anhaltender Augenreizung: Ärztlichen Rat einholen / ärztliche Hilfe hinzuziehen...

 

Kein Spülmaschinenhersteller garantiert in seiner Produktbeschreibung, dass durch einen Nachspülvorgang mit klarem Wasser die Spülwasserrückstände in Hohlkehlen zu 100% gesäubert sind. Mit anderen Worten: Ohne manuelles Nachtrocknen mit einem Spültuch trocknen diese chemischen Verbindungen auf dem Geschirr einfach ein und verbinden sich dann später mit dem nächsten Kaffee, Tee oder Pudding! Deshalb gilt es zu beachten: Alle sichtbaren Spülrückstände, Tropfen oder Nasen enthalten Mineralien und/oder Rückstände der im Spülmittel enthaltenen Chemikalien. Der Genuss von Speisen und Getränken von einem derart verunreinigtem Geschirr ist für den Gast eine Zumutung und definitiv nicht gesund!

 

Becher & Tassen mit Ablaufdrainage

 

Geschichtlicher Rückblick

1881 legten die Brüder August und Conrad Bauscher einen Grundstein für das deutsche Hotelporzellan. Bis heute produziert die Porzellanmarke und das Mitglied der bhs-tabletop AG die Designentwicklung B 1100 von Heinz H. Engler (1928-1986), die 1962 dem Fachpublikum erstmalig vorgestellt wurde. Damit ist Bauscher Weiden zwar nicht "der Erfinder" des Hotelporzellans, aber sicherlich eine der bedeutenden Premiummarken in diesem Produktsegment. Handschriftliche Aufzeichnungen des Designers Wilhelm Wagenknecht von 1917 dokumentieren hingegen, dass sich weitaus früher als die Porzelliner im Fichtelgebirge die Bremer Silberwarenfabrik mit stapelfähiger Hohlware - also mit Kannen, Gießern, Zuckerdosen u.a. - für die Ausstattung von Luxusschiffen beschäftigt hat.

 

1934 legte Wagenknecht der Porzellanmanufaktur Fürstenberg Entwürfe einer stapelfähigen, zylindrischen Porzellantasse (Form 639 H) vor, die jedoch nie in Serie ging. Es ist bekannt, dass der Designer Engler Wagenknechts Werkstatt mehrfach s besucht hat und ihm der bereits erfolgreiche Industriedesigner ein großes Vorbild war. Ob er bei seinen Besuchen in der Designschmiede Entwürfe adaptierte, bleibt der Nachwelt verborgen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Kollektionen war jedenfalls die Erkenntnis, dass Ablaufrillen auf Tassen und Bechern bei Profigeschirren zu einer besseren Verwendungseigenschaft führen. Auch der Industriedesigner Heinrich Löffelhardt (1901-1979) setzte mit seinen Entwürfen für Arzberg-Porzellan (Form 2000) und Schönwald-Porzellan (Form 511) die Funktion der Drainageabläufe in Porzellanhohlteilen um, wobei seine Arbeiten - so wie auch diejenigen von Engler - auf Vorentwürfen von Wilhelm Wagenknecht basierten.   

 

Es würde uns nicht wundern, wenn die Idee der Spülwasser-Ablaufrille im Geschirr von Josephine M. Cochrane selbst stammt, die 1886 den ersten Geschirrspüler patentierte und dafür auf der Weltausstellung 1893 in Chicago den Preis für die "beste mechanische Konstruktion" erhielt. Die couragierte Dame entwickelte nämlich das Prinzip der Spülmaschinenreinigung aufgrund ihres hohen Schmutzgeschirranfalls in Folge exzessiver Partys und dokumentierte damit ein überaus praktisches Verständnis für die Problemlösungen in Sachen Geschirr. Es wäre nicht verwunderlich, wenn entsprechende Anforderungen an die Geschirrhersteller aus ihrer Feder stammten. 

 

Aus heutiger Sicht erscheint es relativ egal, wer nun der "wirkliche" Erfinder der Stapeltasse ist, die u.a. als  B1100/B6200 (Bauscher), 898 (Schönwald), 3030 (Eschenbach), Meran (Seltmann) oder Holst TC 018 bekannt ist - wir von Holst Porzellan waren es jedenfalls nicht! Dennoch stehen die Drainagebecher und -tassen seit den Siebzigern in den Kollektionsbüchern von Holst, und zwar als wichtige Stapeltassen und Stapelbecher für Großbetriebe, Kantinen, Krankenhäuser, Kliniken und Anstalten. Seit fünf Jahrzehnten zählen sie zu den meistverkauften Hohlteilen unserer Kollektion: sie sind zu 100% robust, spülmaschinenfest, stapelbar und - aus weißem Hartporzellan. 100% Holst, 100% Schlicht & Stark!

 


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