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Porzellanimitate

Porzellanimitate

 


 

Porzellanimitat

 

Das Wort "Imitat" beschreibt eine Fälschung, eine Kopie als baugleiche Nachbildung eines Original, einen Nachbau oder Nachbildung eines Unikat, ein Plagiat als markentäuschende Nachbildung eines Produktes, oder eine Attrappe zur dekorativen Darstellung, oder im vulgären Sprachgebrauch auch einen Abklatsch.

 

Gemäß der keramischen Mineralogie sind Porzellanimitatte weder ein Mitglied der Gattung Steinzeug, noch der Familie des Porzellan. Die fachliche und wissenschaftliche Bezeichnung von Keramik ist die Definition von Stoffen, die aus tonmineralhaltigen Rohstoffen, oder Kaolin formgebend gestaltet und durch Hitze gebrannt werden. Wir zitieren die Amtliche Materialprüfstelle für Glas und Keramik: "... ein großer Teil der bei uns eingereichten Materialproben mit irreführenden Bezeichnungen von Porzellan sind als Porzellan-Imitat zu werten. Die Proben enthalten meist weniger als 1% Mullit. Wir haben sogar bei unseren Untersuchungen gemahlenes Fensterglas feststellen können, mit dem der Quarzanteil durch weicheres Talk substituiert worden ist..."Primitiver ausgedrückt lässt sich feststellen, dass Ersatzstoffe wie Fensterglas (Talk - Silicium Oxid u.a.) den Scherben tatsächlich durchscheinender machen und der Laie daruch gerne einen Bezug zum hochwertigen Bone China (Knochenporzellan) herleitet.

 

Die Bezeichnung eines "Porzellanimität" liegt immer dann vor, wenn die bei echtem Porzellan durch die Kombination des Schmelzprozesses von Kaolin, Feldspat und Quarz entstehenden Eigenschaften von

 

 

durch die Beigabe minderwertiger Ersatzstoffe (z.B. geriebenes Festerglas) erzielt werden, ohne dabei z.B. die Festigkeit eines Porzellanscherbens zu erhalten. Man muss die gewöhnliche Reaktionskette aus dem Herstellungsprozess des Porzellan kennen, damit man das isolierte Ergebnis von Absorption (ohne Festigkeit) und Transparenz (ohne Mullit) als eine imitierte Eigenschaft des Porzellan werten kann, da es dem Produkt an weiteren, für Porzellan maßgebliche, gute Eigenschaften fehlt. 

 


 

 

 

Zollrechtliche Hilfe bei der Imitatsbezeichnung

 

Die zollrechtliche Definition von Porzellan dient nicht der Bestimmung des Materials, sondern vielmehr zur Feststellung von Einfuhrabgaben aufgrund von Material- und Verwendungsverwandschaften. Wenngleich es auch im Zollrecht eigene Abhandlungen und Verordnungen z.B. über die Tarifierung von Vitreous-Porzellan gibt, so lautet am Ende der Einfuhrabgabenbescheid af "Porzellan". Der Zoll selbst kennt eine TARIC Nummer für die Gruppe der Porzellanimitate. 

 

Die zollrechliche Einstufung eines Porzellanimitat in die Tarifgruppe 69 1111 xxx berechtigt den Einführer nicht, sein Imitat im freien Verkehr des Europäischen Wirtschaftsraum auch als "Porzellan" zu bezeichnen! Diesem Irrglauben unterliegen sehr viele. Sogar bedeutende Einführer und Handelsmarken in Deutschland und Europaäischen "nutzen" die zollamtliche Bezeichnung "Porzellan" zur falschen Auszeichnung und Deklaration ihrer Ware. Ob dies wissentlich oder unwissentlich erfolgt, sei dahin gestellt. Jedenfalls trägt der Zoll selbst dazu bei, nicht Porzellane, also Porzellanimitate, durch die Ermangelung einer eigenen Tarifgruppe als Porzellan in den Markt zu bringen. Dazu lesen Sie bitte im Abschnitt Warenkunde/Eigenschaften/Tarifierung.