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Schlickermalerei

Schlickermalerei

 

 

Barbotine

 

Relativ unbekannt ist eine aus der römischen Epoche benannte Dekorationsart der Keramik, die Barbotine. Als Schlickermalerei wird diese Technik zur Bemalung von Keramikerzeugnissen bezeichnet, bei der mit einem Pinsel eine andersfarbige, dickflüssige Tonsuspension (Schlicker) auf eine ausgeformte, lederharte, aber noch nicht gebrannte Tonware aufgebracht wird. Bei Irdenware ist dies eine gebräuchliche Dekortechnik. Wenn dieser Schlicker mit einem Malhorn oder ähnlichem Gerät aufgebracht wird, so spricht man von einem Malhorndekor. 

 

Im archäologischen Kontext wird für die Schlickermalerei auch der Begriff Barbotine-Technik verwendet. Besonders gebräuchlich ist diese Bezeichnung in der Ansprache minoischer Keramik des Kamares-Stils und in der attischen Vasenmalerei des 4. Jahrhunderts v. Chr., wo sie in der so genannten Schwarzfirnis-Keramik weit verbreitet ist. Bekannt sind barbotineverzierte Gefäße aber vor allem aus der römischen Epoche. Die Technik wurde bei einer Vielzahl unterschiedlicher Warenarten angewandt. Barbotinedekor findet sich auf Terra Sigillata, Belgischer Ware ebenso wie auf der so genannten Wetterauer Ware. Prominent sind weiterhin schwarz-engobierte Becher mit schwarzer (sogenannte „Jagdbecher“) oder weißer Auflage, die sogenannten Trierer Spruchbecher.

 

Im Nationalmuseum von Hanoi (Vietnam) finden sich jedoch Fundstücke engobierter Barbotine, die weitaus älter sein sollen, das die ersten römischen Funde aus dem 4. Jahrhundert vor Christi. Auf dem Bild oben werden Barbotine aus einer Epoche gezeigt, die angeblich rund 2.000 Jahre älter sein sollen.