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Stellringe bei Porzellanartikeln

 


 

Stellringe

 

Als Stellring, bei rechteckigen Platten auch als Steg oder Bodensteg ausgeführt, bezeichnet man die Fläche, auf der das Porzellan im Hartbrand steht. Es ist der Kontaktpunkt von Porzellanartikel und Trägerplatte. Für die Langlebigkeit der Trägerplatte als Brennhilfsmittel ist es wichtig, dass die Stellringe nach dem Glasieren durch ein Nasspolieren wieder von der Glasurmasse befreit werden. Sprich: Die Glasurflüssigkeit muß von den Stellringen "abgewaschen" werden. Würde man einen Teller mit glasiertem Stellring brennen, wäre dieser quasi mit der Trägerplatte nach dem Brand fest verbunden und würde sich nicht mehr von ihr ablösen lassen. Der Stellring wäre mit der Trägerplatte fest verbunden.

 

Große Teller, meist ab 29 cm und Platten haben meist mehrere Stellringe. Dies ist nötig, um die Stabilität während des Brennvorganges zu erhalten. Würde der Stellring die ebene Fläche nicht stabilisieren, kann das Porzellan während des Brandes leicht nach unten absacken und die Platte hätte am Ende Wellen. Bei großflächigen Tellern und Platten ist es ein unvermeidbares Resultat produktionsbedingter Umstände, dass sich die Stellringe auf der Oberseite abzeichnen. 

 

Nach dem Hartbrand zeigt der Stellring den gebrannten Scherben. Haben die glasierten Flächen die selbe weiße Farbe wie die unglasierten Bodenringe, handelt es sich zweifellos um Porzellan. Mehr dazu hier. I.d.R. wird der Stellring nach dem Brand poliert, um ihm alle scharfen Kanten und Unebenheiten zu nehmen. 

 

Da, wie bereits erwähnt, Porzellan eine Mohs'sche Härte zwischen 5 und 7 aufweist, müssen die entsprechenden Schleifsteine und Schleifpapiere von extrem hoher Qualität sein. Solches "Diamantpapier" kostet viel Geld und nutzt sich schon nach kurzem Gebrauch stark ab. 

 

Deshalb ist die Glattheit eines Stellrings von Porzellan meist auch unmittelbar mit dem Preis verbunden. Dabei gilt die Faustformel: Je größer, oder je günstiger ein Porzellanartikel ist, desto grober ist sein Stellring. Kleine unebene Stellen, Wulste oder Löcher beeinträchtigen die Funktion eines Stellringes nicht. Das Porzellan sollte lediglich nicht "tanzen" - also seine Standfestigkeit verlieren - oder scharfkantige Rückstände aufweisen. Wir von Holst Porzellan legen Wert auf "vernünftig" polierte Stellringe und weisen unsere Partner regelmäßig wiederkehrend in die Sorgfalt dieses Arbeitsschrittes ein.

 

 

Anwendungshinweise für Porzellan mit Stellringen: 

 

  1. Gemäß unseren Allgemeinen Gebrauchshinweisen für Porzellan sollten Sie grundsätzlich jedes Porzellanteil vor Inbetriebnahme gewissenhaft überprüfen. Dazu zählen auch mögliche Glasurrückstände oder scharfkantige Ausbrüche der Stellringe. Glasurrückstände können mit einem harten Gegenstand oder einer Feile leicht entfernt werden. Bei großflächigen, scharfkantigen Ausbrüchen der Stellringe ist zu beurteilen, ob dies den bestimmungsmäßigen Gebrauch beeinträchtigt und ggf. nicht in Gebrauch nehmen.
  2. Trotz sorgfältig nachpolierter Stellringe bitte beim Benutzen auf empfindlichen Oberflächen zur Sicherheit immer Unterlagen (Tischdecken, Tischsets u.a.) zum Schutz vor Verkratzen verwenden.
  3. Niemals Porzellan auf Porzellan aufeinander Schieben und Ziehen. Spülrückstände wie Kalk, Quarze und Kristalle wirken zwischen Stellring und Glasur wie Schmirgelpapier und tragen dazu bei, dass die Glasuren von dieser Art der unsachgemäßen, mechanischen Belastung verkratzen.