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Mechanische Last

Mechanische Beanspruchung von Porzellan in der Spülmaschine

 

 

Mechanische Beanspruchung von Porzellan
 

 

Unter Spüllast verstehen wir die mechanische Beanspruchung von Geschirr durch den Reinigungsvorgang in einer Spülmaschine.

 

 

Porzellan oder auch das "weiße Gold" ziert seit Jahrhunderten unsere Tische und Tafeln und animiert zu kulinarischen Genüssen. Neben den optischen Komponenten bietet Porzellan für das Kochen, Servieren und Bevorraten von Speisen einzigartige Qualitäten, die trotz chemischer Weiterentwicklung anderer Werkstoffe bis heute von keinem anderen Material erreicht wird. Kaum ein anderes Material speichert Wärme so nachhaltig und gewährleistet lange Standzeiten für Speisen und Getränke.

 

 

Das Reinigen, bzw. Spülen von Porzellan ist sehr einfach, denn selbst angebrannte oder eingetrocknete Reste lassen sich ziemlich mühelos entfernen. Die Ursache dafür begündet sich in der geringen Porosität der Glasur, die durch den Glattbrand bei Temperaturen oberhalb von 1.320° C erzielt wird.   

 

 

Aus Sicht des Lebensmittelhygienikers hat Porzellan im gereinigten Zustand einen der geringsten Keimwerte, die man in der Küche überhaupt finden kann. Porzellan ist also nicht nur schön, es erfüllt auch am besten unsere Anforderungen und Erwartungen an eine gesunde Umwelt und eine bedenkenlose Speisenaufnahme.

 

 

Für den Gast ist ein gutes Spülergebnis wichtig. Es ist die Visitenkarte der Küche und von hoher Bedeutung für das Gesamtbild einer kulinarischen Leistung

 


 

 

Das sagt ein Fachverband

zum Thema Geschirrspülen

 

 

Maschinelles Spülen stellt andere Anforderungen an das Geschirr als das Spülen von Hand. Bruchgefahr von Porzellan und Glas im Geschirrspüler infolge des Wasserdrucks besteht nicht. Beschädigungen können allerdings durch unsachgemäßes Ein- und Ausräumen entstehen. Glatte und gerade Formen erleichtern das Einsortieren und begünstigen ein gutes Spül- und Trockenergebnis. Das Material muss den sich verändernden Bedingungen im Geschirrspüler standhalten, wie z. B. Temperaturunterschiede beim Wasserwechsel.

 

Bei Neukauf von Geschirr ist es sinnvoll auf die Eignung für maschinelles Geschirrspülen zu achten. Dazu gibt es verschiedene Kennzeichen. In der Praxis werden die Begriffe „spülmaschinenfest“ und „spülmaschinengeeignet“ verwendet. Das Verhalten von Spülgut beim maschinellen Geschirrspülen ist abhängig vom Werkstoff und der Art des Herstellungs- und Verarbeitungsprozesses.

 

Die Methoden für die Bestimmung der Spülmaschinenfestigkeit sind in der Norm DIN EN 12875 zusammengefasst. Diese ist in eine Prüfnorm und Auswertungsnorm gegliedert. Der Teil 1 (DIN ENV 12875–1), verabschiedet 08/2005, beschreibt das Referenzprüfverfahren. Der Teil 2 (DIN EN 12875–2), verabschiedet 03/2003 enthält neben den Beurteilungskriterien auch ein Qualitätssiegel, mit dem das nach Norm geprüfte Geschirr gekennzeichnet werden kann. Das jeweilige Bildzeichen enthält die maximale Anzahl an Spülzyklen (zwischen 125 und 1000), die das betreffende Spülgut ohne sichtbare Veränderungen durchlaufen hat. Die Zahl ist sichtbar oberhalb von Wasserstahlen, die auf ein Spülgut treffen.

 

 

Quelle:

 

HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V.
Reinhardtstraße 32
10117 Berlin

 

 


 

 

 

 

Das sagt ein Marktführer der Spültechnik

zum Thema Geschirrspülen

 

 

Spülen ist stets "ein Streß" für das eingebrachte Spülgut. Dabei kommt es zu einer chemischen Belastung durch die Spülmittel, zu einer thermischen Belastung durch Temperaturwechsel und Trocknung und zu einer mechanischen Belastung. Das Spülen in professionellen Gewerbespülmaschinen - das ist durch labortechnische Untersuchungen erwiesen - ist für das Spülgut weniger belastend als das Spülen in Haushaltsspülmaschinen. Das liegt vor allem an den Spülzeiten. Bei Haushaltsmaschinen dauern die Spülvorgänge teilweise bis zu 70 Minuten und mehr. In Profigeräten wie z.B. Frontladern oder Haubendurchschubmaschinen unterliegt das Spülgut durch kurze Spülgänge von ca. 2 Minuten einer weitaus geringeren Belastung.    

 

 

Quelle:

 

Winterhalter Gastronom GmbH
Gewerbliche Spülsysteme

Abt. technische Entwicklung
Winterhalterstr. 2-12
88074 Meckenbeuren

 

 

 

 


 

 

 

Spuehlkueche-mechanisch

 

 

Die mechanische Belastung von Porzellan

in der gewerblichen Spülküche

 

 

Nach der Auffasung und Erfahrung von Holst Porzellan unterliegt Porzellan in einer Spülmaschine keinem mechanischen Verschleiß! Niedrigere gebrannte Keramik hingegen - in einem geringen Umfang - bei langjähriger Nutzung schon. In der Spülmaschine ist das Porzellan absolut sicher.  

 

 

Aber nicht in der Spülküche! Würde es die Gewerbespülküche nicht so geben wie sie ist... würden alle Hersteller weitaus weniger Porzellan verkaufen. Die Spülküche ist meist das Stiefkind in der Küchenplanung und erhält - gemessen am Durchschub der gesamt bewegten Teile in der Verpflegung - mit weitem Abstand den geringsten Platz. Meist sind Spülküchen eng, knapp an Platz und im Stoßgeschäft geht es zu wie im Krieg. Kellner "ballern" das Geschirr auf den Pass, Teller stapeln sich auf Schalen und Bowls, mittendrin klappern Tassen und Untertassen und ein organisierter Ablauf ist kaum mehr möglich. Den Spülvorgang endlich durchlaufen - oft noch gar nicht richtig trocken - wird dann auf- und eingestapelt was geht. 

 

Neben dem gewöhnlichen Bruch, der bei solchen Arbeitsabläufen quasi unvermeidbar anfällt, kommt es jetzt zur schlimmsten mechanischen Belastung, die ein Porzellan erleiden kann: Durch das seitliche Aufschieben werden die unglasierten Böden des oberen Teils über die Fläche des darunter liegenden Teils regelrecht geschoben und gekratzt. Durch die Nachtrocknung sind Glasur und Scherben stark erhitzt und geringfügig weicher als in einem erkalteten Zustand. 

 

Spülwasserrückstände und in Fettrückständen gebundene Feststoffe auf den unglasierten Böden wurden nicht nachgewischt und bilden ein Gemisch aus kalk- und quarzhaltigen Kristallinen. Selbst Rückstände von Zucker oder Salz enthalten minimale, kristalline Partikel die nun wie ein Schmirgelpapier auf der darunter liegenden Glasur reiben. Es kommt quasi zu einem Selbstzerstörungsprozess indem sich ein Teller durch einen anderen Teller so sichtbar und erheblich gegenseitig beschädigen läßt. Kommt nun zu dieser rein mechanischen Belastung auch eine chemische Beanspruchung hinzu - was leider meist der Fall ist, kommt der Glasurkorrosion nun noch zusätzlich das Abtragen von Glasurschichten auf den Kontaktpunkten hinzu.  

 

 

Das Problem der mechanischen Belastung liegt also nicht bei der Spülmaschine sondern ausschließlich in der Handhabung um die Maschine herum!

 

 

 


 

 

Gebrauchsempfehlungen von Porzellan

in der Spülküche gegen mechanische Belastung

 

 

  • Sorgen Sie für genügend Platz in der An- und Abdienung im Spülzentrum
  • Arbeiten Sie das Spülpersonal in eingehenden Unterweisungen ein
  • Informieren Sie das Spülpersonal über die anvertrauten Werte
  • Organisieren und trennen Sie nach Möglichkeit die Arten der Spülgüter
  • Beachten Sie die Gebrauchsanleitungen und Empfehlungen des Spülmaschinenherstellers
  • Gebrauchen Sie die vom Spülmaschinenhersteller empfohlenen Spülmittel 

 

  • Lassen Sie das Geschirr nach dem Spülmaschinendurchlauf ruhen und erkalten
  • Wischen Sie mit einem Spül- oder Grubentuch kurz über die unglasierten Böden
  • Stapeln Sie so gering wie möglich und wenn überhaupt, einzeln und gerade von oben
  • Vermeiden Sie ungleiche Geschirrtürme
  • Schieben Sie niemals das Porzellan seitlich auf
  • Schieben Sie auf gar keinen Fall gestapeltes Porzellan über ein darunter liegendes Teil.

 

 

 

Beachten Sie diese Empfehlungen, sind die quasi vollkommen geschützt vor mechanischem Verschleiß - in der Spülküche.