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Deformationen

Deformationen

 

 

(kaum sichtbar)

 

 

Die geringe (kaum sichtbare) Deformationen der oberen, runden Öffnungen (z.B. Schalen und Tassen) ist eine natürliche, produktionsbedingte Eigenschaft von Porzellan, welches nicht auf der Borde (oberen Mundrand der Tasse) gebrannt wurde (siehe oben unglasierte Borde).  Aufgrund der Formgebung und der feuchtigkeitshaltigen Masse, die im Brennvorgang zwischen 13 und 18% ihres Volumens verliert (Schwindungsvorgang), ist die Deformation von Porzellan definitiv nicht auszuschließen.

 

Ein mathematisches "Rund" ist bei keinem Porzellanartikel vorzufinden! Es obliegt dem subjektiven Betrachter, wann die Deformation störend auf einen Artikel einwirkt.  Deformationen können als Mangel nur dann anerkannt werden, wenn der Artikel seine optische Anmutung (Bild unten) oder seine Funktion (meist seine Stapelfähigkeit) durch Deformation verliert. 

 

 


 

Deformationen (stark sichtbar)

 

 

Klarer Fall: II. Wahl! Im Verarbeitungsprozess sind Faktoren außerhalb der normalen Fertigungstoleranzen aufgetreten, wie am Beispiel links eine unsachte Entnahme der Löwenkopfterrine aus der Gießform. Im laufenden Herstellungsprozess von Porzellan gibt es leider eine ganze Reihe von Quellen, die für eine Deformation in Frage kommen, größtenteils sind alle auf "menschliches Versagen" zurückzuführen.

 

 

 


 

Deformation (gelehrte Ware) 

 

 

Besonders unschön wirken sich Deformationen bei Funktionsartikeln (gelehrter Ware) aus, wenn Schwindungen die Funktionsfähigkeit (Stapelfähigkeit) des Porzellans beeinflussen. Schon wenige Millimeter reichen aus, einem Systemartikel seine zugedachte Funktion zu rauben und das Porzellan unbrauchbar zu machen. Das ist einer der Gründe, warum Systemporzellan "gelehrt" sein muss. Wichtig: Als Systemschale für Krankenhausporzellan ist die Schale (Bild links) definitiv II. Wahl, da es hier vor allem auf die Stapelfähigkeit und Genauigkeit ankommt. Als "billige Suppenschüssel" auf einem Volksfest stünden Preis- und Leistung in einem annehmbaren Verhältnis!

 

 


 

Kantendeformation

 

 

von Stapelkanten ist leider ein Problem aller Hersteller (wie nebenstehende Foto einer deutschen Premiummarke). Selbst kleinste Veränderungen der Atmosphäre im Ofen können schon die Schwindungen der Ware derart verändern, dass Stapelporzellan mit geringen Toleranzwerten nicht mehr einwandfrei aufgestapelt werden kann. Auch Rohstoffkompositionen mit minimal unterschiedlichen Dichten führen ebenfalls bei stapelbaren, sensiblen Artikeln zu Einbußen der optischen Geradlinigkeit.

 


Solange die Funktion des Porzellan nicht wirklich eingeschränkt ist und sich der Mangel nur auf die optische Wahrnehmung des Betrachters beschränkt, zählen wir kleinere Ungenauigkeiten noch zu den Toleranzwerten, die gleichlautend in der DIN-Norm 66072 anerkannt werden.