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Kaolin

Kaolin in der Porzellanherstellung

 

 

Das Kaolin erhielt seinen Namen aus dem Chinesischen (高嶺土 / 高岭土) was soviel bedeutet wie "die Erde aus der Stadt Gaoling". Im Deutschen wird Kaolin auch gerne "Porzellanerde", "Tonerde" oder "Porzellanton" bezeichnet, weil es bereits in seiner Grundstruktur wesentliche Merkmale des Porzellan trägt. Es ist ein eisenfreies, helles, meist weißes Gestein aus der Familie der Minerale.

 

Kaolin ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil zur Herstellung von Porzellan, sondern auch ein Wunder in der Kosmetik. Kosmetikhersteller verwenden es für die Herstellung bei Lidschatten, Lippenstift oder Puder. Gekennzeichnet mit dem Kürzel CI 77005 verhilft es Fette zu binden und einen matten Teint zu schenken. Die Zuführung von unterschiedlichen Farbpigmenten ermöglichen alternativen für eine Vielzahl von Hauttönen zu schaffen. 


 

Auch für das Pflegen und Reinigen der Haut zählt die natürliche Heilerde als ein wahres Naturprodukt. Das Austrocknen der feinen Körnung von der äußerlichen Haut nach innen in die Poren saugt Schmutzpartikel auf bindet diese und schützt vor Pickeln oder Mitessern. Kaum zu glauben, dass das was der Pflege zu Gute kommt auch ein Vorteil bei der Herstellung von Papier und Gummi genutzt wird. Farben und Lacke erhalten einen besonderen Glanz, Papier wird aufgehellt und die Gummimasse wird flexibel dehnbar.
Mit der Bezeichnung E559 war es bis 2014 sogar ein Zusatzstoff in Lebensmitteln. Über die tägliche Nahrung aufgenommenes Aluminium ist in geringen Mengen nicht schädlich, da der Körper dieses ausscheidet. 


 

Kaolin ist ein Verwitterungsprodukt des Feldspat und enthält das Mineral Kaolinit, einem Aluminiumsilicat (chemische Formel: Al2O3·2SiO2·2H2O); meist in lockeren, weißen Massen auftretendes Gestein; u. a. in Sachsen, Böhmen und Cornwall. Die Bestandteile werden über Mühlen, mechanische Schlämm- und Filteranlagen, Siebe und Mischaggregate bis zur erforderlichen Reinheit aufbereitet.

 

Rohstoffe-Feldspatporzellan_mit_Logo

(zum Vergrößern Bild anklicken)

 


 

Kaolin in der Porzellanherstellung 

 

In der Porzellanherstellung werden Kaolinarten unterschiedlicher Qualität und Güte verarbeitet die sich im Wesentlichen durch mitenthaltende Mineralien und unterschiedliche Schmelzpunkte voneinander unterscheiden. Qualitäten wie "Fire Clay", "Ball Clay" und "China Clay" sind dabei weit verbreitet. Wie bereits oben beschrieben, enthält Kaolin i.d.R. Alumina (Al2O3), einem Mineral aus der Gattung der Korunde mit einer Mohschen Härte von 9. Kaolin selbst wird jedoch in die Härte 6 bis 6,5 gruppiert und hat einen Schmelzpunkt von circa 1.150 - 1.250 ° C.

 

Kaolin dient bei der Porzellanherstellung vornehmlich für die Plastizität, also der Formbarkeit der irdenen Masse und wird mit etwas 50%, also hälftig der Masse beigegeben. Kaolin gibt der Porzellanmasse die Stabilität zur Formbarkeit und Formgebung. Ohne das Kaolin wäre die Porzellanmasse zu weich und zu flüssig, daraus Formen zu bilden. 

Vorher wurde es durch verschiedene Prozesse vom Rohkaolin zum Feinkaolin aufbereitet und wird von vielen Rohstoffherstellern in sehr unterschiedlichen Qualitäten und Güteklassen in die Porzellanindustrie vertrieben.