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Glasurkorrosion

Glasurkorrosion

 

In unserer Warenkunde auf der Seite "Brand & Qualität" haben wir die Abhängigkeit der Härte einer keramischen Scherbe zu der Brenntemperatur ihres Hartbrandes dargestellt. Damit unterstreichen wir das Fazit, dass alle keramischen Qualitäten, die unterhalb von 1.300 °C gebrannt wurden, nach unserem Verständnis und Auffassung definitiv kein Porzellan sind und diese Qualitätsbezeichnung auch nicht verdient haben! Eine Härte von 8 Mohs und mehr ist unterhalb eines Glattbrandes von 1.300 °C derzeit (Stand 07/2019) nicht möglich! Diese Feststellung trifft vor allem für folgende Arten keramischer Erzeugnisse zu:

  • Durable China (vornehmlich China)
  • Diamant China
  • Dynamite China
  • Elegant China (vornehmlich Indonesien)
  • Magnesium Porzellan
  • Bone China
  • New Bone China
  • Fine China (vornehmlich Indonesien)
  • High Fine Bone
  • Ivory China 
  • Dura Cream
  • Luxor Cream
  • Stoneware
  • Earthenware
  • Feine Erden
  • Fayance
  • Alumina Porzellan
  • High Alumina
  • u.a.

 

Warum derzeit mit so vielen Phantasienamen "gemogelt" wird, erklären wir ebenfalls auf unserer Seite "Brand & Qualität". Dieser Umstand bringt ein relativ neues bzw. modernes Phänomen mit sich, nämlich den Verschleiß von Glasuren durch Abrieb und Korrosion. Wir berichten hier die drei Hauptsymptome mangelhafter Härte der Glasur.

 


 

Beispiel 1 - Glasurkorrosion

 

2019-Luzernes_Quality

 

Was ist passiert? Aggressives Spülmittel, welches vor allem zur hygienischen Reinigung im Nachtrocknungsvorgang verwendet wird, greift die Glasur chemisch an und verursacht eine Oberflächenkorrosion, die letztlich bis zum vollständigen Verschleiß führt. Der Hersteller dieser Ware bezeichnet seine Ware als "Bone China" und garantiert ihr eine größere Härte als normales Porzellan. Wir sagen: Das ist Unsinn und belegen dies mit dem Beispiel-Foto oben!

 

 


 

Beispiel 2 - Mechanische Zerstörung

 

2019_Shangrila_Hotel_Jakarta-004

 

Was ist passiert? Entgegen dem eher bekannten "Besteckabrieb" (siehe Gebrauchshinweise) hat sich nicht das Besteck auf oder harten Glasur abgerieben, sondern das relative weiche Besteck -  meistverursacht durch die Messerklinge aus Chromstahl mit ca. 4,5 bis 5 Mohs hat die Oberfläche der Glasur schlichtweg durchtrennt (durchgeschnitten). Würde es sich um Porzellan gehandelt haben, hätte das Besteck mit 5 Mohs keine Chance gehabt, die Glasur des Porzellans mit 8 Mohs anzugreifen. Die keramische Ware verliert auf diesem Weg ihre Eigenschaft als Lebensmittelbedarfsgegenstand und birgt hygienische Risiken für den Verbraucher. Auch die Hier gezeigte Keramik wird von ihrem Hersteller als "Porzellan" ausgelobt und von einigen deutschen Anbietern gleichlautend vertrieben. Wir sagen: Das ist Unsinn und belegen dies mit dem Beispiel-Foto oben!

 


 

Beispiel 3 - Glasurabrieb

 

Steelite-Glasurkorrosion-002

 

Was ist passiert? Porzellan wird vor allem in der Gewerbeküche gerne robust hin- und her bewegt. Zwischen Schmutzgeschirr und erneutem Servieren beim Gast stehen in größeren Küchen im Durchschnitt rund 5 Staplungsvorgänge an; 1) nach dem Spülen, 2) Verbringen ins Zwischenlager, 3) Lagern im Zwischenlager, 4) Verbringen zur Küchenstation, 5) Lagern am Küchenplatz. Dabei "reiben" die Stellringe der Teller auf der Oberfläche der Servierfläche und tragen vor allem an den hervorstehenden Kontaktpunkten die Glasuren schnell und deutlich sichtbar ab. Obgleich der Hersteller dieser Ware seine Teller im sog. Vertikalverfahren (in Trägerklammern) so brennt, dass die Stellringe ebenfalls glasiert sind, schützt dies den Verschleiß der Glasur nicht nachhaltig. Positiv: Wenigstens bezeichnet der Hersteller seine Ware nicht ausdrücklich als Porzellan und unterlässt es, in Katalogen und Verkaufsunterlagen über Brenntemperaturen zu mogeln!